21:31 21 September 2017
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    Raketenabwehr-Streit: Russlands Generalstabschef reist zu Gesprächen in die USA

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    Politik
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    US-Raketenabwehr rund um Russland (623)
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    Im Raketenabwehr-Streit mit den USA unternimmt Russland einen weiteren Vorstoß, um eine Lösung zu finden: Generalstabschef Nikolai Makarow reist demnächst zu Gesprächen nach Übersee.

    Im Raketenabwehr-Streit mit den USA unternimmt Russland einen weiteren Vorstoß, um eine Lösung zu finden: Generalstabschef Nikolai Makarow reist demnächst zu Gesprächen nach Übersee. 

    Das teilte Verteidigungsminister Anatoli Serdjukow am Donnerstag mit. „Wir versuchen ein weiteres Mal auf der Ebene unserer Generalstäbe, unsere Position heranzutragen und zu erläutern“, sagte Serdjikow am Rande der 62. Sitzung des GUS-Verteidigungsministerrats in Kaliningrad.

    Das Ziel der Gespräche sei es, den USA noch einmal klarzumachen, dass Russland den Aufbau des Raketenschildes in Europa nicht unbeachtet lassen und Antwortmaßnahmen ergreifen werde. „Ich denke, das würde weder im Interesse der USA noch im Interesse Russlands liegen“, sagte Serdjukow. Denn das würde zusätzliche Ausgaben zur Folge haben.

    Der russische Verteidigungsminister glaubt nicht, dass sich die Position der USA vor der Präsidentenwahl im November ändern wird. „Bislang gehen sie (die Amerikaner) leider ihrem Plan nach.“

    Die USA hatten bereits unter Präsident George W. Bush angekündigt, eine Radaranlage in Tschechien und zehn Abfangraketen in Polen zu stationieren, nach eigener Darstellung um Europa vor iranischen Raketen zu verteidigen. Diese Pläne stießen bei Russland auf Widerstand. US-Präsident Barack Obama legte nach seinem Amtsantritt 2008 die ABM-Pläne vorübergehend auf Eis. Nach dem neuen Konzept soll der Aufbau des Systems 2015 beginnen und fünf Jahre dauern. Bis dahin sollen amerikanische Kriegsschiffe mit Abfangraketen und Radaren in Nord- und Südeuropa patrouillieren.

    Das Luftabwehrsystem in Europa soll die beiden bestehenden US-Raketenschirme auf Alaska und in Kalifornien verstärken. De facto bedeutet das den Aufbau eines globalen Raketenabwehrsystems, das den jetzigen Kräfteausgleich in der Welt zerstört. Russland besitzt nur einen strategischen Raketenschirm, der die Hauptstadt Moskau schützt.

    Die Nato beschloss im November 2010 bei ihrem Gipfel in Lissabon, die Raketenabwehrsysteme der europäischen Nato-Mitglieder sowie der USA zu vereinen. Obwohl sich Russland und die Nato auf eine Kooperation einigten, verliefen die Verhandlungen im Sande, nicht zuletzt, weil die USA die Forderung Russlands abgelehnt haben, rechtsverbindlich zu garantieren, dass der entstehende Raketenschirm nicht Russlands Atomraketen zum Ziel hat.

    Nach monatelangen ergebnislosen Verhandlungen mit der Nato über eine gemeinsame Raketenabwehr kündigte Russland im vergangenen Jahr eine Reihe von militärischen Maßnahmen an, um den entstehenden Raketenschild in Europa im Kriegsfall neutralisieren zu können. Das Paket reicht von der Aufstellung von Iskander-Raketen in der Ostssee-Region Kaliningrad über die Modernisierung der Atomraketen bis zu einem möglichen Ausstieg aus den Abrüstungsverträgen. Der russische Generalstab schloss sogar als äußerstes Mittel einen Präventivschlag gegen die Raketenabwehranlagen in Europa nicht aus.

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