12:32 20 November 2018
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    Neues Blutbad in Syrien – Annan reist nach Moskau - „Rossijskaja Gaseta“

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    Unruhen in Syrien (3838)
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    Bei einem neuen Massaker in Syrien sind rund 200 Menschen getötet worden, schreibt die Zeitung „Rossijskaja Gaseta“ am Montag.

    Bei einem neuen Massaker in Syrien sind rund 200 Menschen getötet worden, schreibt die Zeitung „Rossijskaja Gaseta“ am Montag.

    Das Blutbad wurde am Freitag, vor einer weiteren Sitzung des UN-Sicherheitsrats in der Ortschaft Tremseh, Provinz Hama, verübt. Nach Angaben der in London ansässigen Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte nahmen die Regierungstruppen den Ort zunächst unter Beschuss, anschließend griffen Einheiten der alawitischen Shabiha-Milizen an. Nach Angaben der Menschenrechtler handelt es sich bei den 200 Todesopfern vorwiegend um Zivilisten.

    Die syrische Regierung bestreitet die Vorwürfe. Laut der amtlichen syrischen Nachrichtenagentur SANA haben Extremisten das Dorf überfallen und sind in die Wohnhäuser eingedrungen. Danach sollen die Regierungstruppen auf Bitte der Einwohner ins Dorf gekommen sein. Bei dem Kampf sollen viele Terroristen getötet worden sein. Auch drei Soldaten sollen ums Leben gekommen sein.

    Ein syrischer TV-Sender ergänzte die SANA-Angaben mit einem Zitat eines Vertreters des Kommandos der syrischen Regierungsarmee, dem zufolge in der Nähe von Hama anhand genauer Aufklärungsangaben ein Terroristenlager vernichtet wurde. Bei den Getöteten handelt es sich um Terroristen und Banditen. Es gebe keine Zivilisten unter den Opfern. Zudem haben die friedlichen Einwohner selbst um Hilfe gebeten, weil sie unter der Willkür der Extremisten litten. Im Dorf seien die Leichen von Dorfeinwohnern gefunden worden, die zuvor entführt und getötet worden waren. Dem Militär zufolge wurden bei der Sonderoperation Dutzende Terroristen getötet und festgenommen sowie viele Waffen, Sprengkörper, Munition und Dokumente, darunter türkische und libysche Pässe, gefunden

    Die oppositionelle Webseite Shaam News-Network bestätigte diese Informationen teilweise und berichtete über den Tod von mehr als 100 Aufständischen aus der Freien Syrischen Armee (FSA) und von 17 Zivilisten.

    Laut dem Sprecher des syrischen Außenministeriums, Dschihad Makdissi, sind bei dem Kampf zwischen der Armee und den bewaffneten  Terroristen „nur“ 39 Menschen getötet worden – 37 Extremisten und zwei Zivilisten. Zudem bestritt Makdissi den Einsatz von Hubschraubern und Panzern bei der Militäroperation.

    Angesichts der widersprüchlichen  Informationen haben die Angaben der UN-Beobachtermission einen besonderen Wert. Laut der UN-Mission wurden zwar schwere Waffen und Hubschrauber eingesetzt, das Ziel des Einsatzes waren jedoch Deserteure und oppositionelle Aktivisten gewesen Die UN-Beobachter konnten keine Angaben zur Opferzahl bei der Militäroperation machen.

    Am 16. und 17. Juni reist der Sondervermittler der Vereinten Nationen, Kofi Annan, nach Moskau, um mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin und mit Außenminister Sergej Lawrow zu sprechen. In der Pressemitteilung des Kreml heißt es, dass bei dem Treffen bestätigt werden solle, dass Russland weiterhin den Friedensplan von Kofi Annan zur politisch-diplomatischen Regelung der Syrien-Krise unterstützt.

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