10:25 20 Januar 2018
SNA Radio
    Politik

    Türkei verhandelt mit desertiertem General über Syriens Zukunft nach Assads Sturz

    Politik
    Zum Kurzlink
    Unruhen in Syrien (3838)
    0 0 0

    Vertreter der türkischen Landesführung haben mit dem desertierten syrischen Brigadegeneral Manaf Tlas in Ankara über die Situation in Syrien und eventuelle Szenarien der Entwicklung nach dem künftigen Sturz des Regimes von Baschar al-Assad verhandelt, teilen türkische Medien am Freitag unter Berufung auf Quellen im Außenministerium mit.

    Vertreter der türkischen Landesführung haben mit dem desertierten syrischen Brigadegeneral Manaf Tlas in Ankara über die Situation in Syrien und eventuelle Szenarien der Entwicklung nach dem künftigen Sturz des Regimes von Baschar al-Assad verhandelt, teilen türkische Medien am Freitag unter Berufung auf Quellen im Außenministerium mit.

    Brigadegeneral Manaf Tlas, der die elitäre 105. Republikanische Garde kommandiert hatte, wurde vor einem Jahr wegen Meinungsdifferenzen mit der Landesführung von seinem Posten abgesetzt: Er hatte Assads Entscheidung kritisiert, militärisch gegen die Rebellen vorzugehen. Im Juli war Manaf Tlas nach Paris geflohen. Sein Vater Mustafa Tlas, der 30 Jahre lang Assads Vater Hafez als Verteidigungsminister Syriens gedient hatte, wohnt in Frankreich. Manaf Tlas galt als Freund von Baschar al-Assad.

    Wie die türkische Zeitung „Akşam“ schreibt, traf General Tlas in Ankara aus Saudi-Arabien ein und wurde als ein VIP-Gast bewacht.

    Wie die türkische „Milliyet“ mitteilt, traf sich Manaf Tlas mit dem türkischen Außenminister Ahmet Davutoglu und besprach mit ihm die jüngste Entwicklung in Syrien, die künftige Entwicklung nach dem Sturz von Assads Regimes sowie die mögliche Übergabe einiger nördlicher Gebiete an der Grenze zu der Türkei unter die Kontrolle von syrischen Kurden, die mit der Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) im Nordirak verbunden sind.

    Die Zeitung verweist auf die Äußerung des türkischen Regierungschefs Tayyip Erdogan über die Möglichkeit, an der Grenze zu Syrien eine Pufferzone als Sicherheitsmaßnahme gegen die kurdischen Separatisten zu schaffen.

    Der syrische General Tlas informierte die türkischen Behörden ausführlich über die Struktur der syrischen Armee, das Kriegspotential und die Mobilisationsressourcen sowie die Lagerungsorte von chemischen Waffen und den Umfang der C-Waffen-Vorräte in Syrien. 

    Der desertierte Brigadegeneral sprach sich für die Vereinigung der Opposition unter der Leitung des Syrischen Nationalrates (SNC) aus. Tlas zufolge soll sich das irakische Szenario in Syrien nicht wiederholen.

    „In Syrien soll das heutige Regime, aber nicht der Staat selbst zerstört werden“, zitiert die „Milliyet“ den General. Der Zeitung zufolge steht Tlas in der Liste der möglichen Kandidaten auf den Posten des neuen Präsidenten Syriens nach Assads Sturz.

    Die „Akşam“ verweist darauf, dass Ankara zu einem früheren Zeitpunkt bereits vorgeschlagen hatte, in Syrien eine Übergangsregierung mit General Tlas an der Spitze zu schaffen.

    Manaf Tlas hatte zuvor seine Absicht angekündigt, eine Road Map zur Regelung der Syrien-Krise zu entwerfen und mit Vertretern des SNC und der heutigen Regierung Syriens zusammenzuarbeiten, „die sich nicht mit Blut befleckt haben“.

    Die Anti-Regierungs-Proteste in Syrien, die seit März 2011 andauern, waren in erbitterte Zusammenstöße zwischen den Behörden und der bewaffneten Opposition ausgeartet.
     
    UN-Angaben zufolge beträgt die gesamte Opferzahl des Konfliktes mehr als 16 000. Etwa 230 000 Menschen wurden zu  Flüchtlingen, etwa eine Million Menschen benötigen humanitäre Hilfe.

    Der Westen und eine Reihe der arabischen Länder bestehen auf einem Rücktritt von Baschar al-Assad, um die Gewalt in Syrien zu stoppen. Russland und China befürchten aber, dass eine Einmischung von außen zu einer Konfliktausbreitung in der Region führen würde.

    Die Behörden in Ankara teilten vor kurzem mit, dass sich 22 syrische Generäle in die Türkei abgesetzt haben.

    Themen:
    Unruhen in Syrien (3838)
    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren