12:58 23 Januar 2018
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    Syrien-Krise: Entscheidungsschlacht um Aleppo - „Nesawissimaja Gaseta“

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    Die syrische Regierung verlegt Truppen aus kleineren Orten nach Aleppo, um die Kämpfer der Opposition aus dem Wirtschaftszentrum des Landes zu vertreiben, schreibt die Zeitung „Nesawissimaja Gaseta“ am Freitag.

    Die syrische Regierung verlegt Truppen aus kleineren Orten nach Aleppo, um die Kämpfer der Opposition aus dem Wirtschaftszentrum des Landes zu vertreiben, schreibt die Zeitung „Nesawissimaja Gaseta“ am Freitag.

    Die Opposition behauptet, dass sie bereits die Hälfte der Stadt kontrolliere, und wirft den Regierungstruppen vor, Artillerie und Kampfhubschrauber einzusetzen.

    Dem syrischen Regime würden die treu ergebenen Soldaten ausgehen, um das ganze Land kontrollieren zu können, berichten westliche Medien. Laut Oppositionellen sind Truppen und Panzer aus der nördlichen Provinz Idlib in Richtung Aleppo unterwegs.

    Die Gefechte zwischen der Armee und den Extremisten gingen auch am Donnerstag in Aleppo und der Umgebung weiter. Laut unbestätigten Angaben gab es schwere Kämpfe nördlich von Aleppo nahe Assas. Westlichen Journalisten zufolge gab es dort massive Zerstörungen.

    Aleppo gilt als Handelsmetropole Syriens und ist die zweitgrößte Stadt nach der Einwohnerzahl. Die Sunniten vor Ort unterstützen Assad. Deswegen wäre der Verlust der Stadt ein Schlag für das Regime.

    Experten zufolge wurden im Kampf gegen die bewaffneten Oppositionellen vor allem Eliteeinheiten eingesetzt. Die einfachen Soldaten blieben in den Kasernen und schützten Objekte und Checkpoints. Der Einsatz der Armee sei ein Zeichen, dass sich die Situation ernsthaft verschlechtert habe, betonen Experten.

    Wie RIA Novosti unter Berufung auf örtliche Medien meldete, betrachten die beiden Konfliktlager die Kämpfe um Aleppo als Entscheidungsschlacht. Die Oppositionellen wollen die Handelsmetropole in ihren Hauptstützpunkt verwandeln. Zudem will die bewaffnete Opposition nach der Niederlage in Damaskus wieder Mut fassen. Die Freie Syrische Armee musste in der syrischen Hauptstadt 2500 gefallene Kämpfer beklagen. Nach Medienangaben haben die syrischen Regierungstruppen bereits zusätzliche Kräfte aus dem Süden des Landes nach Aleppo gebracht. Die Freie Armee erhält derweil Verstärkung aus den nördlichen Gebieten.

    Die Operation zur Befreiung der Stadt wird dadurch erschwert, dass die Extremisten friedliche Zivilisten als lebendiges Schild missbrauchen. Die Regierungstruppen rücken nur langsam vor, um zivile Kriegsopfer zu vermeiden.

    Auch an der Propagandafront tobt der Krieg. Nach Angaben der Oppositionellen sind zwei weitere ranghohe syrische Diplomaten zu ihnen übergelaufen. Es handelt sich um Syriens Botschafter in den Vereinigten Arabischen Emiraten, Abdel Latif al-Dabbagh und seine Frau Lamia al-Hariri (Nichte des syrischen Vize-Präsidenten Farouk al-Sharaa), die in der Botschaft in Zypern tätig war und danach nach Katar geflohen sein soll. Das syrische Außenministerium dementierte diese Informationen.

    Laut dem Sprecher des Weißen Hauses in Washington, Jay Carney, zeugen der Einsatz von schweren Waffen in Aleppo und die  syrischen Diplomaten vom Verfall des Assad-Regimes.

    Russland setzt sich für eine Lösung der Syrien-Krise ohne ausländische Einmischung ein und rief zu einem nationalen Dialog auf. „Wir sind bereit, Syrien einen Verhandlungsort in Moskau für Kontakte zur Vereinigung der Opposition und für mögliche Verhandlungen zwischen Vertretern der Regierung und der Opposition zur Verfügung zu stellen“, sagte Russlands UN-Botschafter Vitali Tschurkin.

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