23:33 11 Juli 2020
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    Ägypten jagt Sinai-Angreifer – „Nesawissimaja Gaseta“

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    Anti-Terror-Einsatz auf der Sinai-Halbinsel (25)
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    Ägyptens Armee und Geheimdienste suchen nach den überlebenden Terroristen, die am Sonntag bei einem Angriff auf einen Grenzposten im Norden der Sinai-Halbinsel 17 ägyptische Soldaten getötet hatten, schreibt die Zeitung „Nesawissimaja Gaseta“ am Dienstag.

    Ägyptens Armee und Geheimdienste suchen nach den überlebenden Terroristen, die am Sonntag bei einem Angriff auf einen Grenzposten im Norden der Sinai-Halbinsel 17 ägyptische Soldaten getötet hatten, schreibt die Zeitung „Nesawissimaja Gaseta“ am Dienstag.

    Die Terroristen hatten zunächst die Grenzsoldaten getötet und dann mehrere gepanzerte Fahrzeuge erbeutet, mit denen sie nach Israel vordringen wollten, wo einige von ihnen vom israelischen Militär getötet worden waren.

    Aus Kairo hieß es zunächst, dass drei gepanzerte Fahrzeuge erbeutet worden waren. Die Israelis berichteten allerdings von nur zwei Fahrzeugen.

    Bei dem Feuergefecht wurden acht Angreifer getötet - fünf auf israelischem und drei auf ägyptischem Territorium. Die anderen flohen zurück nach Ägypten.

    In der Provinz Nord-Sinai wurde der Ausnahmezustand ausgerufen: Die Stadt Rafah wurde abgeriegelt und die Kontrollstelle an der Grenze zwischen Ägypten und dem Gaza-Streifen vorübergehend geschlossen. Der israelische Verteidigungsminister Ehud Barak forderte die Behörden in Kairo zu „entschlossenen Schritten“ zur Unterbindung der terroristischen Aktivitäten auf der Sinai-Halbinsel auf.

    Bis Montagabend bekannte sich niemand zu dem Anschlag. In Ägypten war die Rede von radikalen Islamisten, die durch einen Tunnel aus dem Gaza-Streifen nach Sinai gelangt seien. Internationale Medien berichteten von Extremisten von der Sinai-Halbinsel und palästinensischen Kämpfern aus dem Gaza-Streifen.

    Dem russischen Nahost-Experten Alexander Schumilin zufolge könnte es sich bei den Angreifern um Beduinen handeln, deren wichtigstes Geschäft der Schmuggel sei. Ihre Dienste würden auch von echten Terroristen in Anspruch genommen.

    „In diesem Fall hat aber nach Angaben der ägyptischen Polizei die Organisation Al Dschihad den Anschlag verübt, die sowohl in Ägypten als auch im Gaza-Streifen aus örtlichen salafitischen Kämpfern besteht“, so Schumilin. Diese Gruppierung agiere im Grenzgebiet, überfalle sowohl ägyptische als auch israelische Soldaten und sprenge Gaspipelines nach Israel und Jordanien in die Luft. Außerdem kontrollieren diese Kämpfer den regionalen Tourismus, ergänzte der Experte.

    Hamas-Chef Ismail Haniyya beteuerte, dass Einwohner des Gaza-Streifens mit dem Anschlag nichts zu tun haben, und verurteilte die Terroristen. Ein anderer Hamas-Führer, Mahmud al-Zahar, konnte jedoch nicht ausschließen, dass die Angreifer aus dem Gaza-Streifen kommen.

    Der ägyptische Präsident Mohamed Morsi kündigte nach einem Sondertreffen mit der Militärführung „eine harte Antwort“ an, um die Sicherheit auf Sinai zu gewährleisten.

    „Es geht um eine Verschärfung der polizeilichen, aber nicht der militärischen Kontrolle über Sinai. Diese Maßnahmen entsprechen vollständig dem Abkommen von Camp David“, so Experte Schumilin weiter. „Nach dem Sturz des ägyptischen Präsidenten Hosni Mubarak wurden die Kontrollen an der ägyptisch-israelischen Grenze schwächer. Jetzt will Morsi aber diesen Fehler mit Mubaraks Methoden korrigieren.“

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