11:32 18 Juni 2018
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    Russlands Ex-Premier schließt israelischen Schlag gegen iranische Atomobjekte nicht aus

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    Der russische Ex-Premier Jewgeni Primakow hält einen israelischen Schlag gegen iranische Atomobjekte für möglich, ist jedoch der Auffassung, dass die Folgen eines solchen Schlages für den Iran unwesentlich und für die Region sehr gefährlich sein würden.

    Der russische Ex-Premier Jewgeni Primakow hält einen israelischen Schlag gegen iranische Atomobjekte für möglich, ist jedoch der Auffassung, dass die Folgen eines solchen Schlages für den Iran unwesentlich und für die Region sehr gefährlich sein würden.

    Das sagte Primakow in einem Interview für die Zeitung „Rossijskaja Gaseta“, das am Mittwoch veröffentlicht wurde.

    „Die Vereinigten Staaten wollen nicht, dass dies (der Schlag gegen den Iran) gegenwärtig, vor der Präsidentschaftswahl, vorgenommen wird. Sie halten Israel hin. Aber da muss man verstehen, dass es sowohl in der israelischen Führung als auch in der US-Administration unterschiedliche Kräfte und Positionen gibt. Heute fällt es schwer zu sagen, wer die Oberhand gewinnen wird“, so der Nahost-Experte. Diese Option sei jedoch für die gesamte Nahostregion sehr gefährlich.

    „Dabei können sich die Ergebnisse eines Luftangriffes (von einer Operation auf dem Festland ist keine Rede) als unbedeutend erweisen. Nach zwei Jahren wird der Iran die Folgen dieses Angriffs überwunden haben, demonstrativ aus dem Vertrag über die Nichtweiterverbreitung von Massenvernichtungswaffen austreten und dann ganz bestimmt seine Massenvernichtungswaffen entwickeln“, zitiert die Zeitung den russischen Ex-Premier.

    Primakow verwies auch auf einen positiven Einfluss der USA in Afghanistan.

    „Ich glaube nicht, dass die Amerikaner bis zum Jahr 2014 all ihre Truppen aus Afghanistan abziehen. Am ehesten wird dort ein recht großes Truppenkontingent bleiben. Das ist nicht schlecht. Wenn die Taliban erneut an die Macht kommen, so könnte dies auch für den postsowjetischen Raum negative Folgen haben. Die Taliban könnten zu den Grenzen mit Tadschikistan und Usbekistan vorrücken, wo radikale islamistische Tendenzen stark sind“, so Primakow.

    Auf die Frage der Zeitung zur Palästina-Frage warnte er vor Prognosen: Vieles hänge davon ab, wer US-Präsident wird.

    „Wenn Barack Obama an der Macht bleibt, sind meines Erachtens positive Wandlungen möglich“, sagte der russische Ex-Premier.

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