10:35 19 Oktober 2018
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    Prozess gegen Pussy Riot: Bundestagsabgeordnete plädieren für milde Strafe

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    In einem gemeinsamen Brief an Russlands Botschafter in Berlin, Wladimir Grinin, haben 121 Abgeordnete aus allen fünf Bundestagsfraktionen Milde im Prozess gegen die russische Punkgruppe Pussy Riot gefordert, berichtet "Spiegel Online".

    In einem gemeinsamen Brief an Russlands Botschafter in Berlin, Wladimir Grinin, haben 121 Abgeordnete aus allen fünf Bundestagsfraktionen Milde im Prozess gegen die russische Punkgruppe Pussy Riot gefordert, berichtet "Spiegel Online".

    Darin heißt es: "Wir, Abgeordnete aus allen Fraktionen des Deutschen Bundestages, sind besorgt über die Umstände des strafrechtlichen Verfahrens gegen drei Mitglieder der Band 'Pussy Riot'."

    "Die mehrmonatige Untersuchungshaft und die hohe Strafandrohung empfinden wir als drakonisch und unverhältnismäßig", heißt es in dem Schreiben.

    "In einem säkularen und pluralistischen Staat dürfen friedliche Kunstaktionen - auch wenn sie als provokant empfunden werden können - nicht zu dem Vorwurf eines schweren Verbrechens und langzeitigen Verhaftungen führen", schreiben die Abgeordneten.

    Der Brief wurde vom Parlamentarischen Geschäftsführer und menschenrechtspolitischen Sprecher der Grünen-Fraktion, Volker Beck, sowie seinen Sprecher-Kollegen Christoph Strässer (SPD), Marina Schuster (FDP), und dem CDU-Abgeordneten Frank Heinrich initiiert.

    "Dass insgesamt 121 Abgeordnete aus allen Fraktionen, von CDU bis Linke, die Initiative unterstützen, zeigt, wie groß der Unmut über den Prozess gegen Pussy Riot ist", so Volker Beck.

    Dem Deutschen Bundestag gehören derzeit 620 Abgeordnete an.

    Der als „Punk-Gebet“ betitelte Auftritt der feministischen Punkband Pussy Riot im Februar im Altarraum der Moskauer Christ-Erlöser-Kathedrale, bei dem die Gottesmutter angefleht wurde, Russland von Putin zu erlösen, hatte für großes Aufsehen gesorgt. Das Video mit dieser Aktion wurde per Internet verbreitet.

    Im Prozess gegen Pussy Riot hatte die Staatsanwaltschaft jeweils drei Jahre Haft wegen Rowdytums aus religiösem Hass für die drei Angeklagten - Nadeschda Tolokonnikowa (22), Maria Aljochina (24) und Jekaterina Samutsewitsch (29) - gefordert. Zwei der drei haben kleine Kinder zu Hause.

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