15:32 20 Juni 2018
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    Syrien-Krise: Assad-Vertraute suchen das Weite – „Moskowskije Nowosti“

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    Der syrische Präsident Baschar al-Assad verliert seine engsten Weggefährten, schreibt die Zeitung „Moskowskije Nowosti“ am Mittwoch.

    Der syrische Präsident Baschar al-Assad verliert seine engsten Weggefährten, schreibt die Zeitung „Moskowskije Nowosti“ am Mittwoch.

    Anfang dieser Woche ist sein Regierungschef Riad Hidschab nach Jordanien geflohen. Laut dem Sprecher des Nationalen Sicherheitsrats der USA, Tommy Vietor, hat Hidschabs Flucht gezeigt, dass Assad die Kontrolle über Syrien verloren habe und die Opposition und das syrische Volk ihre Positionen festigen würden.

    Über die Flucht des syrischen Regierungschefs wurde am Montag berichtet. Später wurde diese Nachricht von Hidschabs Sprecher und von Vertretern der Opposition bestätigt. Letzteren zufolge soll sich der Premier mit zwei weiteren Ministern abgesetzt haben.

    Die Behörden in Damaskus gaben lediglich bekannt, dass Hidschab suspendiert worden sei. Zu seinem Nachfolger sei sein früherer Stellvertreter Omar Galawandschi ernannt worden.

    „Hidschabs Flucht ist natürlich ein heftiger Schlag für Assad und seine Autorität, denn der Staatschef hatte auf ihn gesetzt“, so der russische Politologe Wladimir Jewsejew. „Allerdings gehörte Hidschab nicht zum engsten Zirkel Assads. Der Präsident hat die Macht in den Händen seiner Verwandten konzentriert, der Familien Assad (väterlicherseits) und Mahluf (mütterlicherseits). Sie werden ihn bestimmt nicht verraten.“

    Beide Familien gehören der alawitischen Gemeinde an, die im Unterschied zur sunnitischen Mehrheit auf der Seite der Schiiten steht, präzisierte der Experte. Die Opposition habe Assad nur ein Mal einen wirklich schmerzhaften Schlag versetzen können, erinnerte er. Am 18. Juli waren bei einem Anschlag in Damaskus der Verteidigungsminister, sein Stellvertreter (Assads Schwiegersohn) sowie die Chefs des Anti-Krisen-Komitees und des Sicherheitsrats ums Leben gekommen.

    Wegen der Drohungen der Aufständischen halten die Alawiten weiter zu Assad, weil er für ihre Sicherheit sorgt.

    Diese ranghohen Vertrauten haben Assad verraten:

    Riad Hidschab, Ministerpräsident. Der Sunnit wurde Anfang Juni als Kompromisskandidat ernannt und galt deshalb als eine Art „Schirm“ für Assads Regime, das sich möglichst demokratisch geben wollte. Laut den Oppositionellen ist Hidschab nach Jordanien geflohen und wird demnächst nach Katar ausreisen.

    Manaf Tlass, Brigadegeneral und Befehlshaber der Republikanischen Garde, Sohn des früheren Verteidigungsministers Mustafa Tlass. Er stammt aus einer aristokratischen sunnitischen Familie, die lange Zeit mit den Alawiten enge Kontakte hatte. Manaf Tlass gehörte dem engsten Kreis Assads an. Im Juli flüchtete er in die Türkei und weiter nach Frankreich.

    Nawaf al Fares, Botschafter im Irak. Der Sunnit begann seine diplomatische Karriere unter Hafez Assad, dem Vater des jetzigen Staatschefs. 2008 wurde er zum ersten syrischen Botschafter in Bagdad nach der 30-jährigen Unterbrechung der diplomatischen Beziehungen ernannt. Am 11. Juli verkündete al Fares seinen Rücktritt aus Assads Regierung. Laut den irakischen Behörden hat er sich nach Katar abgesetzt.

    Zudem haben der Botschafter in den Vereinigten Arabischen Emiraten, Abdel Latif al Dabbagh, und seine Gattin, Geschäftsträgerin Syriens in Zypern, Lamia al Hariri, sowie der erste syrische Kosmonaut Mohammed Faris Assad den Rücken gekehrt.

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