00:35 18 Februar 2018
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    Urteil gegen Pussy Riot am 17. August - Russland „repressiver Staat“?

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    Gerichtsprozess gegen Pussy Riot (176)
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    Das Gericht des Moskauer Stadtbezirks Chamowniki hat die Urteilsverkündung im Prozess gegen die Teilnehmerinnen der Punk-Band Pussy Riot, die des Rowdytums in der Moskauer Erlöser-Kathedrale beschuldigt werden, für den 17. August angesetzt.

    Das Gericht des Moskauer Stadtbezirks Chamowniki hat die Urteilsverkündung im Prozess gegen die Teilnehmerinnen der Punk-Band Pussy Riot, die des Rowdytums in der Moskauer Erlöser-Kathedrale beschuldigt werden, für den 17. August angesetzt.

    Die Anklage hatte am Vortag drei Jahre Freiheitsentzug für Maria Aljochina (24), Nadeschda Tolokonnikowa (22) und Jekaterina Samuzewitsch (29) für deren „Punk-Gebet“ Ende Februar in der Erlöser-Kathedrale gefordert. Die Verteidigung bestand auf Freispruch. 

    In ihrem letzten Wort erklärte Tolokonnikowa am Mittwoch: „Dies ist kein Prozess gegen drei junge Frauen, sondern gegen das gesamte Staatssystem.“ Immer mehr Menschen bekunden ihre Unterstützung für die Angeklagten und halten sie für unschuldig, betonte sie. „Selbst die Gläubigen setzen sich für uns ein“, fügte sie hinzu.

    Tolokonnikowa betonte, dass sie und ihre Mitangeklagten „keinen religiösen Hass empfinden“, der ihnen zur Last gelegt wird.

    Die Angeklagte Maria Aljochina verwies in ihrem letzten Wort auf den politischen Charakter des Protestes ihrer Punk-Gruppe. „Die Machtvertikale berücksichtigt die Meinung der jungen Generationen nicht, in der Ausbildung bleibt das individuelle Herangehen an den Menschen aus“. „Ein gründliches Studium der Grundlagen der Zivilgesellschaft fehlt ebenfalls“, hieß es. Zugleich werde den jungen Menschen „Ablehnung gegen das Andersdenken eingeflößt“.

    Jekaterina Samutsewitsch, die dritte Teilnehmerin der Punk-Band, empfindet nach eigenen Worten gemischte Gefühle: Einerseits erwarten die Angeklagten einen Schuldspruch, andererseits würde ein solcher der ganzen Welt zeigen, dass Russland „ein repressiver Staat“ bleibe.
    Der als „Punk-Gebet“ betitelte Auftritt der feministischen Punkband Pussy Riot im Februar im Altarraum der Moskauer Christ-Erlöser-Kathedrale, bei dem die Gottesmutter angefleht wurde, Russland von Putin zu erlösen, hatte für großes Aufsehen gesorgt. Das Video mit dieser Aktion wurde per Internet verbreitet.

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