08:08 08 Juli 2020
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    Sinai-Halbinsel wird wieder zum Schlachtfeld – „Rossijskaja Gaseta“

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    Anti-Terror-Einsatz auf der Sinai-Halbinsel (25)
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    Auf der Sinai-Halbinsel, nicht weit von der Touristenhochburg Scharm el-Scheich, wird wieder geschossen, schreibt die Zeitung „Rossijskaja Gaseta“ am Donnerstag.

    Auf der Sinai-Halbinsel, nicht weit von der Touristenhochburg Scharm el-Scheich, wird wieder geschossen, schreibt die Zeitung „Rossijskaja Gaseta“ am Donnerstag.

    Die ägyptische Armee hat erstmals seit 1973 wieder „Zähne gezeigt“. Bislang blieben die Touristen von den Gefechten verschont.

    Laut dem ägyptischen Verteidigungsministerium wurden seit Mittwoch bei Luftangriffen mehr als 20 Islamisten getötet und drei Panzerfahrzeuge außer Gefecht gesetzt. Dabei könnte es sich um jene Terroristen handeln, die am Sonntag einen Kontrollposten an der ägyptisch-israelischen Grenze überfallen und 16 ägyptische Soldaten umgebracht hatten. 17 Terroristen wurden während ihrer Flucht getötet. Laut den israelischen Geheimdiensten waren an dem blutigen Angriff auf den Grenzposten mindestens 35 Extremisten beteiligt. Das bedeutet, dass mindestens 20 von ihnen geflohen waren. Die Ägypter konnten offenbar ihren Aufenthaltsort ausfindig machen und mit einem Vergeltungsschlag reagieren.

    Es wäre jedoch naiv zu glauben, dass die neue ägyptische Regierung um die Muslimbrüder sofort die seit Jahrzehnten angehäuften Probleme auf der Sinai-Halbinsel lösen könnte. Unabhängig davon, was Experten über die Drahtzieher des Überfalls sagen und mit welchen Argumenten sie der Hamas die Verantwortung dafür zuschieben wollen - klar ist, dass auf der Sinai-Halbinsel eigenständige islamistische Kampfgruppen agieren. Ihnen den Krieg anzusagen, würde bedeuten, Monate, wenn nicht Jahre zu verlieren und die Halbinsel mit seinen wirtschaftlich wichtigen Badeorten zu destabilisieren.

    Inzwischen wurde zudem bekannt, dass Extremisten in der Nacht zum Mittwoch gleich drei Kontrollposten etwa 50 Kilometer von der Grenze zu Israel und zum Gaza-Streifen überfallen haben. Dabei wurden sechs Menschen verletzt. Ägyptischen Experten zufolge kontrollieren die militanten Radikalen gleich mehrere Orte auf dem Sinai. Die Macht hatten sie dort unmittelbar nach der Revolution im Januar 2011 an sich gerissen.

    Wenn die ägyptischen Behörden einen „Plan B“ ohne Waffeneinsatz hätten, dann wäre er sicherlich umgesetzt worden. Die Sinai-Extremisten lassen den Muslimbrüdern offenbar keine andere Wahl. Kairo muss auf diese Bedrohung reagieren und verliert viele Touristen als wichtige Einnahmequelle.

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