04:35 25 Juni 2018
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    Palästinenser bitten Ägypten um Öffnung des Grenzübergangs zu Gaza

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    Der Chef der islamistischen Regierung im Gaza-Streifen, Ismail Khania, hat Ägypten aufgerufen, den seit dem letzten Sonntag versperrten Grenzübergang Rafah wieder zu öffnen.

    Der Chef der islamistischen Regierung im Gaza-Streifen, Ismail Khania, hat Ägypten  aufgerufen, den seit dem letzten Sonntag versperrten Grenzübergang Rafah wieder zu öffnen.

    16 ägyptische Grenzsoldaten waren am Sonntag bei einem bewaffneten Angriff auf Rafah getötet worden.

    Khania verwies darauf, dass die Palästinenser mit dem Angriff nichts zu tun haben, und bot Hilfe bei der Untersuchung des Zwischenfalls an, der zu dem größten ägyptischen Militäreinsatz gegen Extremisten auf der Halbinsel Sinai seit 40 Jahren geführt hatte.

    „Ich rufe meinen Bruder, den ägyptischen Präsidenten Mohamed Morsi auf, den Übergang Rafah zu öffnen und die Lebensader des Gaza-Streifens wiederherzustellen“, zitiert Reuters Khania.

    „Der Gaza-Streifen trägt keine Schuld an diesem Verbrechen. Bei unserer Untersuchung fanden wir keinen Beleg dafür, dass jemand aus dem Gaza-Streifen daran beteiligt ist“, so Khania.

    Für die meisten der anderthalb Million Einwohner des Gaza-Streifens war Rafah das einzige Fenster zur Außenwelt gewesen. Rund eintausend Menschen passierten vor dem Zwischenfall täglich die Grenzkontrollstelle. Die Gaza-Führung verhandelte mit Präsident Morsi über eine Liberalisierung der Grenzübergangsvorschriften.

    Laut örtlichen Medien hatten ägyptische Truppen gleich nach der Versperrung des Grenzübergangs Rafah mit der Zerstörung Dutzender von illegalen Tunnels begonnen, die unter der Gaza-Grenze nach Ägypten verlaufen. Es wird angenommen, dass durch diese Tunnels nicht nur Verbrauchsgüter geschmuggelt werden, sondern auch extremistische Gruppen auf den Sinai eindringen.