05:03 20 Februar 2018
SNA Radio
    Politik

    Türkei: Assad steckt hinter Eskalation im Kurden-Konflikt - „Kommersant“

    Politik
    Zum Kurzlink
    Unruhen in Syrien (3838)
    0 0 0

    Der syrische Bürgerkrieg hat den Kurden-Konflikt in der Türkei offenbar wiederaufleben lassen, schreibt die Zeitung „Kommersant“ am Freitag.

    Der syrische Bürgerkrieg hat den Kurden-Konflikt in der Türkei offenbar wiederaufleben lassen, schreibt die Zeitung „Kommersant“ am Freitag.

    Seit der Inhaftierung des Führers der kurdischen Arbeiterpartei (PKK), Abdullah Öcalan, im Jahr 1999 haben sich die türkische Armee und die kurdischen Kämpfer die blutigsten Gefechte geliefert.

    Die türkische Armee beendete dieser Tage eine groß angelegte Operation gegen die Kurden. In der Provinz Hakkari an der Grenze zum Irak und Iran wurden 115 PKK-Kämpfer getötet - die höchste Opferzahl seit mehr als zehn Jahren.

    Ankara gibt Damaskus die Schuld für das Wiedererstarken der kurdischen Kämpfer. Der türkische Regierungschef Recep Tayyip Erdogan warf dem syrischen Präsidenten Baschar al-Assad vor, die PKK-Extremisten zu unterstützen. Nach seinen Worten sind zuletzt mindestens 200 kurdische Kämpfer vom türkischen Militär getötet worden, die mit dem Segen des Regimes in Damaskus in die Türkei vorgedrungen waren. Ankara stuft alle politischen Gruppen der syrischen Kurden als „Abteilungen der terroristischen Organisation PKK“ ein, die sie seit mehr als 25 Jahren bekämpft.

    Am Vortag hatten türkische Medien berichtet, dass Damaskus etwa 1200 PKK-Mitglieder aus Gefängnissen im Norden des Landes auf freien Fuß gesetzt hatte.

    Für die Türkei spitzte sich die Situation zu, als den syrischen Kurden Ende Juli das Recht zugesprochen wurde, ihr Territorium im Nordosten des Landes selbst zu verteidigen. Inzwischen kontrollieren sie die an die Türkei grenzenden Provinzen Kobani, Afrin, Derik, Amude und El Ayna’da.

    Die Türken vermuten, dass Damaskus diese Provinzen den Kurden überlassen hat, um die Regierung in Ankara zusätzlich unter Druck zu setzen. Im Gegenzug behielten sich die türkischen Behörden das Recht vor, gegen kurdische Kämpfer auf syrischem Territorium zu operieren.

    Experten vermuten, dass neben den syrischen Kurden auch die PKK-Abteilungen auf türkischem Gebiet ihre Aktivitäten verstärken werden. Der russische Orientalist Alexander Filonik stellte fest, dass die Türkei „indirekt die Aktivitäten der Kurden anspornt, indem sie mit der Invasion nach Syrien droht“.

    Themen:
    Unruhen in Syrien (3838)