04:29 25 Juni 2018
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    Ägyptens Behörden und Sinai-Stämme schütten illegale Tunnels nach Gaza zu

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    Anti-Terror-Einsatz auf der Sinai-Halbinsel (25)
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    Das ägyptische Innenministerium hat sich mit den auf der Sinai-Halbinsel lebenden Beduinenstämmen auf das Zuschütten der unterirdischen Tunnel an der Grenze zwischen Ägypten und dem palästinensischen Gaza-Streifen geeinigt. Das teilte ein Sprecher des ägyptischen Innenministeriums am Freitag in Kairo mit.

    Das ägyptische Innenministerium hat sich mit den auf der Sinai-Halbinsel lebenden Beduinenstämmen auf das Zuschütten der unterirdischen Tunnel an der Grenze zwischen Ägypten und dem palästinensischen Gaza-Streifen geeinigt. Das teilte ein Sprecher des ägyptischen Innenministeriums am Freitag in Kairo mit.

    In der Hauptstadt der ägyptischen Provinz Nordsinai hatte in der Nacht auf Freitag ein Treffen zwischen dem ägyptischen Innenminister Ahmed Gamal al-Din und den Oberhäuptern der Beduinenstämme, der indigenen Bevölkerung von Sinai, hinter verschlossenen Türen stattgefunden.

    An der Grenze zwischen Ägypten und dem belagerten Gaza-Streifen waren tausende unterirdische Übergänge zum illegalen Transport von Waren aus Ägypten nach Gaza ausgehoben worden. Dieselben Tunnel sind bisher auch von Extremisten genutzt worden, die Anschläge gegen Ziele in Israel und Ägypten verübt haben.

    Die Anschläge gegen einen Sicherheitsposten der ägyptischen Grenztruppen Anfang August, denen 16 ägyptische Bürger zum Opfer fielen, hatten Kairo dazu bewogen, das Problem der illegalen Tunnels zwischen dem Gaza-Streifen und Ägypten anzupacken. 
     
    Nach Angaben des ägyptischen Innenministeriums war die genannte Kontrollstelle am 5. August von 35 Personen, darunter Palästinensern, angegriffen worden, die durch unterirdische Tunnel aus dem Gaza-Streifen nach Sinai gelangt waren.
     
    Zum Abschluss des Treffens bekräftigte Atif Abu-Zeid, das Oberhaupt des Stammes Al-Rishat, die Bereitschaft der Ortsansässigen, alle in den Gaza-Streifen führenden Tunnel zu vernichten. „Diese unterirdischen Gänge sind die Ursache für alle Kalamitäten auf Sinai und schaffen Probleme für die Sicherheit Ägyptens“, so Abu-Zeid.
     
    Die Führer der Beduinenstämme erklärten sich bereit, die ägyptische Armee bei  ihrer Anti-Terror-Operation auf der Halbinsel zu unterstützen, in schwerzugänglichen Gebirgsgegenden zu begleiten und das Innenministerium über Ansammlungen von Extremisten im Gebirge zu informieren.
     
    Die beduinischen Stammesführer baten auch den Innenminister, ihnen den Zugang zu den Leichen der Extremisten zu gewähren, die an den vergangenen Tagen während der Anti-Terror-Operation auf der Halbinsel getötet worden waren. Nach Angaben des Innenministeriums wurden in Nordsinai mindestens 40 Extremisten getötet. 
     
    Gamal al-Din entsprach der Bitte der Beduinen unter der Bedingung, dass sie ihr Versprechen einhalten und die unterirdischen Tunnel an der Grenze zu Gaza zuschütten.
     
    Die ägyptische Armee führt derzeit eine „Vergeltungsoperation“ gegen die Extremisten auf der Sinai-Halbinsel. Dabei sind Einheiten der Landstreitkräfte, der Luftwaffe und der Sondereinsatztruppen im  Zusammenwirken mit Einheiten des Innenministeriums eingesetzt.

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