00:18 05 Juli 2020
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    Israel wirft Ägypten Verstoß gegen Friedensvertrag vor

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    Anti-Terror-Einsatz auf der Sinai-Halbinsel (25)
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    Bewaffnung und Kopfstärke der ägyptischen Grenztruppen auf der Sinai-Halbinsel sind laut dem israelischen Außenminister Avigdor Lieberman mit seinem Land nicht abgestimmt worden und stellen insofern einen Verstoß gegen das Camp-David-Abkommen von 1978 dar.

    Bewaffnung und Kopfstärke der ägyptischen Grenztruppen auf der Sinai-Halbinsel sind laut dem israelischen Außenminister Avigdor Lieberman mit seinem Land nicht abgestimmt worden und stellen insofern einen Verstoß gegen das Camp-David-Abkommen von 1978 dar.

    Lieberman hatte als erster israelischer Spitzenpolitiker auf die Differenzen verwiesen, die in dieser Frage zwischen den beiden Ländern entstanden sind. Medienberichten zufolge verschiebt Ägypten erstmals nach dem Krieg von 1973 Panzer, Kampfflugzeuge und Artillerie zur Bekämpfung von extremistischen Gruppen auf den Sinai.

    Diejenigen Kräfte und Waffen, die derzeit auf dem Sinai stationiert sind, passen nicht in den Rahmen des in Camp David unterzeichneten Militärprotokolls. Wir bestehen darauf, dass alles mit dem Abkommen in Einklang gebracht wird“, äußerte Lieberman gegenüber dem russischsprachigen Kanal 9 des israelischen Fernsehens.

    Laut der israelischen Zeitung „Maariv“ hatte Israel durch Vermittlung der USA – um dieser Forderung mehr Gewicht zu verleihen – von Ägypten verlangt, Panzertechnik von der Sinai-Halbinsel abzuziehen.

    Laut Amos Gilad, Chef der politischen Abteilung des israelischen Verteidigungsministeriums, stehen die israelischen Militärs im Kontakt mit ihren ägyptischen Kollegen, um diese Streitfragen zu lösen.

    „Wenn die Ägypter dorthin nicht vertraglich vereinbarte Waffen senden, überprüfen wir das und fragen die Ägypter danach“, sagte Gilad gegenüber dem Rundfunksender „Kol Israel“.

    „Wir unterhalten mit ihnen unmittelbaren Kontakt und haben klar zu verstehen gegeben: Wir bestehen auf einer strikten Befolgung des Friedensvertrages“, hieß es.

    „Sie hören uns, und wir hören sie“, führte Gilad weiter aus. „Sie kämpfen gegen Terrorgruppen, die Al-Qaida gleichen und danach streben, strategische Terroranschläge zu verüben, die zu einer Konfrontation zwischen Israel und Ägypten führen können.“

    Der Kampfeinsatz der ägyptischen Armee- und Sicherheitskräfte auf dem Sinai hatte nach dem Angriff bewaffneter Extremisten auf eine Grenzkontrollstelle im Norden der Sinai-Halbinsel begonnen, bei dem 16 Soldaten ums Leben kamen.

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