10:55 18 August 2017
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    Umfrage: Putin und Medwedew verlieren Zuspruch – „RBC Daily“

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    Wladimir Putin zum Präsidenten von Russland gewählt (79)
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    Präsident Wladimir Putin und Premier Dmitri Medwedew verlieren beim russischen Volk zunehmend an Zustimmung, schreibt die Zeitung „RBC Daily“ am Freitag.

    Präsident Wladimir Putin und Premier Dmitri Medwedew verlieren beim russischen Volk zunehmend an Zustimmung, schreibt die Zeitung „RBC Daily“ am Freitag.

    Das belegen die Ergebnisse einer Umfrage des Moskauer Forschungsinstituts Lewada-Zentrum vom August.

    Obwohl die Popularitätswerte der beiden Politiker die niedrigsten seit Dezember 2011 sind, rechnen viele Experten, dass Putin und Medwedew in der Gunst der russischen Bürger wieder zulegen können.


    Putin und Medwedew kamen im August bei 63 bzw. 57 Prozent der Befragten gut weg (gegenüber jeweils 67 bzw. 59 Prozent im Juli). Allerdings sind 35 Prozent der Befragten mit Putins Politik unzufrieden, bei Medwedew sind es gar 41 Prozent.

    Dennoch sind Putin und Medwedew weiterhin die populärsten Politiker Russlands, gefolgt vom Gouverneur des Gebiets Moskau, Sergej Schoigu, und Kommunistenchef Gennadi Sjuganow (beide zehn Prozent). Auf Platz fünf landete der Liberaldemokrat Wladimir Schirinowski (sieben Prozent), gefolgt vom Großunternehmer Michail Prochorow (sechs Prozent).

    Auffallend ist, dass fünf Prozent der Befragten das Oberhaupt der Russisch-Orthodoxen Kirche, Patriarch Kyrill, als Politiker genannt haben, dem sie das meiste Vertrauen schenken. 22 Prozent sagten, dass es überhaupt keine vertrauenswürdigen Politiker gibt.

    47 Prozent bewerteten die Arbeit des Kabinetts positiv, 52 Prozent negativ (gegenüber 49 bzw. 51 Prozent im Juli). Jeweils 41 Prozent der Befragten glauben, dass sich Russland in die richtige bzw. falsche Richtung entwickelt (im Mai kritisierten 33 Prozent den Kurs, während 49 Prozent ihn befürworteten).

    Die Popularitätswerte der Politiker seien weiterhin ziemlich hoch, stellte der Experte Sergej Markow fest. „Die Popularitätsrate des russischen Präsidenten ist eine der höchsten in Europa“, betonte er. Die Bevölkerung habe Putin einen Vertrauensvorschuss und freien Handlungsspielraum für etwa anderthalb Jahre gegeben. Ihm zufolge sollte sich Putin auf die Industrie, die Bildung, die medizinische Versorgung und den Verkehr konzentrieren und einige Oligarchen an den Pranger stellen, die sich nicht um die Belange des Landes kümmern.

    Sein Kollege Michail Remisow findet, dass die gesunkene Popularität „ein wichtiges Zeichen“ für das Machtduo sei. Zugleich wunderte er sich darüber, dass Michail Prochorow weiter im Ranking vertreten sei. „Das bedeutet, dass er immer noch ein gewisses politisches Kapital hat, von dem er profitieren kann. Die Zeit für ihn wird aber immer knapper“, warnte Remisow.

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