21:56 18 August 2017
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    USA wollen Raketenschild in Asien ausbauen – „Kommersant“

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    Washington erwägt den Ausbau seines Raketenabwehrsystems im Asien-Pazifik-Raum, schreibt die Zeitung „Kommersant“ am Freitag.

    Washington erwägt den Ausbau seines Raketenabwehrsystems im Asien-Pazifik-Raum, schreibt die Zeitung „Kommersant“ am Freitag.

    Nach Informationen des „Wall Street Journal“ will das Pentagon eine zweite Radaranlage in Japan stationieren, wahrscheinlich auf einer der südlichen Inseln. Ein US-Radar befindet sich bereits seit 2006 in Nordjapan, in der Präfektur Aomori.

    Darüber hinaus will das US-Verteidigungsministerium eine weitere Radaranlage in Südostasien aufstellen, vermutlich auf den Philippinen. Die entsprechenden Verhandlungen haben allerdings erst begonnen. Zudem wollen die Amerikaner die Zahl ihrer mobilen bodengestützten THAAD-Raketen von 26 auf 36 erhöhen, von denen sich 60 Prozent im Asien-Pazifik-Raum befinden sollen.

    Dem Pentagon zufolge muss auf die zunehmenden Bedrohungen aus Nordkorea reagiert werden. Pjöngjang ist für seine drastischen Drohungen gegen Südkorea und dem Westen bekannt. Zudem arbeitet Nordkorea weiterhin an seinem Raumfahrtprogramm. Der vorerst letzte Raketentest im April schlug jedoch fehl: Die Rakete zerfiel etwa eine Minute nach dem Start.

    Die Experten sind jedoch überzeugt, dass die Amerikaner in Wahrheit Chinas Hegemoniestreben in der Region eindämmen wollen. Chinas Aufschwung habe einen Punkt erreicht, an dem die Amerikaner dieses Thema an die erste Stelle ihrer strategischen Prioritäten setzen müssen, sagte der Direktor des Moskauer Carnegie-Centers, Dmitri Trenin.

    Vor allem sei man in Washington über die Aufrüstung der chinesischen Armee besorgt: 2015 werde sich der Militärhaushalt im Vergleich zu 2011 voraussichtlich verdoppeln, so dass seine Rüstungsausgaben die entsprechenden Ausgaben aller anderen Länder im Asien-Pazifik-Raum übertreffen, präzisierte der Experte.

    Die Amerikaner seien vor allem darüber beunruhigt, dass Peking die Zahl seiner Raketen permanent erhöhe, fuhr Trenin fort. Allein auf Taiwan seien inzwischen mehr als 1600 Raketen gerichtet. Außerdem gefällt Washington nicht, mit welcher Schärfe sich die Chinesen bei dem Inselstreit im Südchinesischen Meer verhalten. „Nicht dass die USA in Asien eine anti-chinesische Politik ausüben würden. Aber sie tun ihr ‚Bestes’, um dort das Gleichgewicht zu halten und damit Pekings Aufstieg als regionale Hegemonialmacht zu verhindern“, so der Politologe.

    Peking gab bislang keine Stellungnahmen zu den neuen Plänen des Weißen Hauses ab und forderte alle betroffenen Länder dazu auf, „eine Situation auszuschließen, in der ein Land seine nationale Sicherheit über die Interessen anderer Länder stellt.“

    Auch in Moskau verfolgt man das Vorgehen der Amerikaner im Asien-Pazifik-Raum. Im Frühjahr hatte der russische Vizeaußenminister Sergej Rjabkow während seines Besuches in Japan gewarnt, dass „aus einzelnen Elementen der US-Raketenabwehr ein globales System errichtet wird, was in Russland große Besorgnis hervorruft“.

    Experte Trenin findet jedoch, dass die Situation nicht allzu dramatisiert werden sollte. „In Russland herrscht die Meinung vor, dass alle Pläne der Amerikaner gegen uns gerichtet wären. Die USA halten derzeit Russland aber nicht für einen ernstzunehmenden Gegner“, betonte er. Deshalb sollte sich Moskau „auf die Suche nach seinem eigenen Weg und auf die Beziehungen mit Ländern in der Region konzentrieren“.

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