23:37 17 August 2017
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    Katyn-Massaker 1940: USA übergeben Archivdokumente an Polen

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    Die USA haben Polen versprochen, Archivdokumente über die Massenerschießung von polnischen Kriegsgefangenen 1940 bei Katyn zu übergeben, schreibt die Zeitung Rzeczpospolita am Freitag.

    Die USA haben Polen versprochen, Archivdokumente über die Massenerschießung von polnischen Kriegsgefangenen 1940 bei Katyn zu übergeben, schreibt die Zeitung Rzeczpospolita am Freitag.
     
    Polnische Experten rechnen damit, dass diese Dokumente ein Schlaglicht auf die Haltung Washingtons zur Untersuchung der genannten Ereignisse werfen werden. 
     
    „Das ist eine sehr wichtige Initiative. Wir werden all das erfahren können, was die Amerikaner über den sowjetischen Mord an unseren Offizieren gewusst haben“, zitiert die Zeitung den polnischen Vize-Außenminister Boguslaw Winid.
     
    Polen hatte bereits früher vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte in Straßburg seine Unzufriedenheit über die von Russland durchgeführte Untersuchung des Massakers bei Katyn geäußert. Das Gericht warf Russland vor, Artikel 3 der Europäischen Menschenrechtskonvention (Folterverbot) verletzt und einigen Antragstellern nicht ausreichend Informationen über das Schicksal ihrer Angehörigen zur Verfügung gestellt zu haben. 
     
    Laut Winid sollen die besagten Archivdokumente nach dem 10. September über das Internet frei zugänglich gemacht werden. 
     
    Nach Meinung des polnischen Geschichtswissenschaftlers Wojciech Materski können die freigegebenen Archivmaterialien die Version bestätigen, wonach US-Präsident Franklin Roosevelt von der Nicht-Teilnahme der Wehrmacht an der Massenerschießung von Polen gewusst, jedoch öffentlich das Gegenteil behauptet hatte. 
     
    „Roosevelt hatte offensichtlich Angst, dass (der damalige sowjetische Staatschef) Stalin sich ärgern und die antideutsche Koalition verlassen würde... Die Amerikaner hatten eine Analyse erstellt, der zufolge der Krieg gegen Japan sich bis in die 50er Jahre hinziehen und die USA 1,5 Millionen Menschenleben kosten könnte. Die Teilnahme der Sowjetunion an dem Konflikt schien damals die einzige Möglichkeit zur Rettung zu sein“, so der Wissenschaftler.

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