11:10 22 August 2017
SNA Radio
    Politik

    Putins Menschenrechtsberater bezweifeln Legitimität des Pussy-Riot-Urteils

    Politik
    Zum Kurzlink
    Gerichtsprozess gegen Pussy Riot (176)
    0 1 0 0

    Eine Woche nach dem Schuldspruch für drei Teilnehmerinnen der Punkband Pussy Riot, die wegen ihrer Skandalaktion in der Hauptkathedrale Moskaus zu jeweils zwei Jahren Haft verurteilt worden sind, äußern auch Mitglieder des Kreml-Menschenrechtsrats Bedenken.

    Eine Woche nach dem Schuldspruch für drei Teilnehmerinnen der Punkband Pussy Riot, die wegen ihrer Skandalaktion in der Hauptkathedrale Moskaus zu jeweils zwei Jahren Haft verurteilt worden sind, äußern auch Mitglieder des Kreml-Menschenrechtsrats Bedenken.

    Auch wenn die skandalöse Aktion in der Kirche eine moralische Verurteilung verdiene, erheben sich „Fragen nach Gerechtigkeit und Humanität der verhängten Strafe“, heißt es in einer Erklärung, die 17 der 38 Mitglieder des Präsidentenrats für Menschenrechte unterschrieben haben. In der Erklärung, die auf der Webseite des Gremiums veröffentlicht wurde, wird kritisiert, dass im Fall Pussy Riot das Strafrecht auf Taten ausgedehnt worden sei, für die das Gesetz eine ordnungsrechtliche Verantwortlichkeit vorsieht.

    Das Urteil des Gerichts widerspräche dem grundlegenden Rechtsprinzip, laut dem eine strafrechtliche Verurteilung nur wegen Taten möglich ist, die strafrechtlich verboten sind, hieß es weiter. „Niemand darf wegen einer Tat zur Verantwortung gezogen werden, die zum Zeitpunkt der Begehung nicht als Rechtsverletzung galt.“

    Fünf Punkrockerinnen in Sturmmasken und greller Kleidung hatten Ende Februar in der Erlöserkathedrale ein „Punkgebet“ aufgeführt. Das Video der Performance wurde im Internet veröffentlicht und sorgte landesweit für großes Aufsehen.

    Am vergangenen Freitag verurteilte ein Gericht in Moskau Nadeschda Tolokonnikowa (22), Maria Aljochina (24) - beide Mütter kleiner Kinder - sowie Jekaterina Samuzewitsch (30) wegen „Rowdytums aus religiösem Hass“ zu je zwei Jahren Haft. Die Frauen saßen seit März in Untersuchungshaft, die angerechnet wird. Das Urteil löste geteilte Reaktionen in der russischen Öffentlichkeit aus und stieß im Westen auf Kritik. Viele westliche Stars wie Madonna, Sting und Peter Gabriel setzten sich für Pussy Riot ein.

    Themen:
    Gerichtsprozess gegen Pussy Riot (176)
    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren