21:54 26 September 2017
SNA Radio
    Politik

    Nach umstrittener Mörder-Überstellung: USA fordern von Ungarn Erläuterungen

    Politik
    Zum Kurzlink
    0 0 0 0

    Nachdem Ungarn den aserbaidschanischen Mörder Ramil Safarow in die Heimat überstellt und damit seine eigenen Beziehungen mit Armenien schwer belastet hat, fordern nun auch die USA von Budapest Erläuterungen.

    Nachdem Ungarn den aserbaidschanischen Mörder Ramil Safarow in die Heimat überstellt und damit seine eigenen Beziehungen mit Armenien schwer belastet hat, fordern nun auch die USA von Budapest Erläuterungen.

    Derartige Schritte würden den Bemühungen um eine Entspannung zwischen Armenien und Aserbaidschan widersprechen, sagte Tommy Vietor, Sprecher des US-Sicherheitsrats (NSC), am Samstag. Die USA haben von Ungarn Erläuterungen gefordert. „Wir besprechen auch mit Behörden von Aserbaidschan unsere Besorgnis über die Begnadigung Safarows.“

    Der aserbaidschanische Offizier Ramil Safarow hatte bereits im Jahr 2004 in Budapest den armenischen Leutnanten Gurgen Margarjan mit einem Beil im Schlaf erschlagen. In der ungarischen Hauptstadt hatten die beiden Armeeangehörigen an einem Englisch-Lehrgang der Nato teilgenommen. 2006 wurde Safarow in Ungarn zu lebenslanger Haft ohne Recht auf Begnadigung im Laufe von 30 Jahren verurteilt.

    Am vergangenen Freitag schickte jedoch Ungarn Safarow nach Aserbaidschan zurück, wo dieser von Präsident Ilcham Alijew begnadigt wurde. Das stieß in Armenien auf Empörung. Der armenische Präsident Sersch Sargssjan warf Ungarn „Komplott“ mit Aserbaidschan vor und ließ die diplomatischen Beziehungen mit Budapest bis auf weiteres aussetzen.

    Die südkaukasischen Republiken Armenien und Aserbaidschan befinden sich seit dem Zerfall der Sowjetunion in einer anhaltenden Auseinandersetzung um Bergkarabach, ein Gebiet in Aserbaidschan, das mehrheitlich von Armeniern bewohnt ist. Nachdem sich Bergkarabach 1991 für unabhängig erklärt hatte, kam es zu einem blutigen Krieg mit etwa 30.000 Toten und einer Million Flüchtlingen. Aserbaidschan verlor dabei die Kontrolle über Bergkarabach und sieben anliegende Regionen.

    Bis heute gibt es keinen Durchbruch in den Beziehungen zwischen Armenien und Aserbaidschan, obwohl sich die USA, Russland und Frankreich seit 1992 um die Beilegung des Streites bemühen.

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren