10:34 24 September 2017
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    Demonstranten in Khartum schänden Flagge an US-Botschaft - Proteste ausgeweitet (Zusammenfassung)

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    Demonstranten in der sudanesischen Hauptstadt Khartum, die gegen einen Schmähfilm über den Propheten Mohammed protestieren, haben am Dienstag die Flagge an der US-Botschaft durch eine moslemische Flagge ersetzt.

    Demonstranten in der sudanesischen Hauptstadt Khartum, die gegen einen Schmähfilm über den Propheten Mohammed protestieren, haben am Dienstag die Flagge an der US-Botschaft durch eine moslemische Flagge ersetzt.

    Das meldete die Nachrichtenagentur Reuters. Einigen Gegnern des US-Films sei es gelungen, die Polizeiabsperrung um das Gebäude der diplomatischen Mission zu durchbrechen. Dem jüngsten Angaben zufolge kam ein Demonstrant ums Leben. Er sei von einem Polizeiwagen überfahren worden.

    Zuvor war gemeldet worden, dass das Außenministerium des Sudan den Geschäftsträger der USA in Khartum und den deutschen Botschafter einbestellt und bei ihnen Protest wegen des US-Films eingelegt hatte.

    Die Verunglimpfung des Propheten Mohammed wäre die allerletzte Grenze, sagte Vizeaußenminister Rahmatulla Mohammed Osman. Die Meinungsäußerung in einem solchen Format sei absolut unannehmbar. "Wir gehen davon aus, dass auch die freie Meinungsäußerung ihre Grenzen hat. Wenn das unsere Heiligtümer, unsere islamischen Symbole betrifft, ist das nicht akzeptabel und wirkt sich negativ auf die Beziehungen zwischen einzelnen Völkern aus", fuhr der Minister fort.

    Osman sagte dem deutschen Botschafter, die gegen den Islam gerichteten neuen Karikaturen zeugten davon, dass gegen die muslimische Religion eine organisierte Kampagne gestartet wurde. Zugleich bekräftigte Osman, dass sich für den Schutz der Botschaften und diplomatischen Missionen im Sudan die Regierung in Khartum kümmern muss. "Dabei fordern wir denn auch den Schutz unserer diplomatischen Vertretungen in jeweiligen Ländern… Wir plädieren für friedliche Aktionen und sind gegen die Gewalt gegenüber Ausländern", betonte der Minister.

    Am Freitag hatten rund 5000 Menschen im Stadtzentrum von Khartum versucht, die Botschaften Deutschlands und Großbritanniens zu erstürmen. Die Polizei musste unter anderem Tränengas einsetzen, um den Sturm zu stoppen. Dennoch gelang es einigen Demonstranten, die deutsche Flagge am Gebäude der diplomatischen Mission durch die Flagge einer islamischen Organisation zu ersetzen.

    Reuters zufolge steckten Demonstranten in der tunesischen Hauptstadt Tunis eine amerikanische Schule in Brand. Die Schule habe am Freitag geschlossen gehabt. Deshalb seien keine Opfer zu beklagen gewesen.

    Am gleichen Tag wurden die US-Botschaften auch in Tunesien und in Pakistan von wütenden Gläubigen attackiert. Reuters zufolge schlug die gewalttätige Menschenmenge in Tunis Fensterscheiben der US-Vertretung ein und steckte mehrere Bäume vor dem Gebäude in Brand. Einigen Demonstranten gelang es, auf das Gelände der Botschaft einzudringen. Die Polizei setzte Tränengas ein. Mindestens fünf Menschen wurden verletzt.

    Auch in vielen pakistanischen Städten kam es am Freitag Medien zufolge zu Ausschreitungen. In der Hauptstadt Islamabad versuchten Demonstranten, auf das Gelände der amerikanischen Botschaft einzudringen. Die Polizei musste Gewalt einsetzen.

    In den vergangenen Tagen war es vor den US-Vertretungen in mehr als zehn Nahost- und Afrikastaaten zu gewaltsamen Protesten gekommen. Im libyschen Bengasi war das US-Konsulat mit Raketen beschossen worden. Im Ergebnis kamen US-Botschafter Chris Stevens sowie drei weitere Botschaftsmitarbeiter ums Leben.

    Die Proteste richteten sich gegen ein Video, das von einem Privatmann in den USA produziert worden war. An der Produktion des Films „Innocence of Muslims“, der sich angeblich in beleidigender Weise über den muslimischen Propheten Mohammed lustig macht, war der US-Pastor Terry Jones beteiligt, der zuvor mit öffentlichen Koran-Verbrennungen Aufsehen erregt hatte. UN-Generalsekretär Ban Ki-moon verurteilte den Streifen als beleidigend für die Muslime.

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