14:40 23 September 2017
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    „Kommersant“: Russlands Oppositionspolitiker werden bekannter, aber nicht beliebter

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    Seit Anfang 2012 haben die Organisatoren der massiven Protestaktionen in Russland ihren Weg zum landesweiten Ruhm eingeschlagen. Wie die Umfragen des Meinungsforschungsinstituts WZIOM zeigen, haben bereits 60 Prozent vom Ex-Abgeordneten Gennadi Gudkow und rund 50 Prozent vom Oppositionspolitiker Alexej Nawalny gehört, schreibt die Tageszeitung „Kommersant“ am Montag.

    Seit Anfang 2012 haben die Organisatoren der massiven Protestaktionen in Russland ihren Weg zum landesweiten Ruhm eingeschlagen. Wie die Umfragen des Meinungsforschungsinstituts WZIOM zeigen, haben bereits 60 Prozent vom Ex-Abgeordneten Gennadi Gudkow und rund 50 Prozent vom Oppositionspolitiker Alexej Nawalny gehört, schreibt die Tageszeitung „Kommersant“ am Montag.

    „Dabei geht es aber um eine steigende negative Erkennbarkeit, stellen Experten fest. Das Fernsehen berichtet über die Oppositionsführer in negativem Ton, und die russischen Bürger haben Angst vor Kundgebungen und vor allem, was mit einem Verlust von Stabilität verbunden ist.“

    Den Staatsduma-Abgeordneten Gennadi Gudkow, dem im September das Mandat entzogen wurde, kannten im Februar nur 21 Prozent der Befragten, heute haben bereits 60 Prozent von ihm gehört, führt die Zeitung weiter aus. Bei Nawalny stieg diese Zahl innerhalb eines halben Jahres von 29 auf 48 Prozent. Der Koordinator der Linksfront, Sergej Udalzow, ist 40 Prozent der Befragten bekannt. Den Namen der Umweltaktivistin Jewgenija Tschirikowa von der Bewegung zum Schutz des Chimki-Waldes kennen 20 Prozent.

    WZIOM-Generaldirektor Valeri Fjodorow führt diese Entwicklung darauf zurück, dass die Oppositionspolitiker in letzter Zeit im Zusammenhang mit Reportagen über ihre Protestaktionen immer mehr im Fernsehen gezeigt werden.

    Die wachsende Bekanntschaft garantiere allerdings noch nicht eine wachsende Unterstützung, fügte Fjodorow hinzu. So sei der Anteil jener, die kritisch gegenüber Gudkow eingestellt sind, seit Februar von 29 auf 43 Prozent gestiegen, während der Anteil der Sympathisanten – 24 Prozent – unverändert geblieben sei.

    „Auch bei den anderen Spitzenvertretern der außerparlamentarischen Proteste ist das negative Rating gestiegen“, so die Zeitung. „Am höchsten ist es mit 43 Prozent bei Alexej Nawalny, am niedrigsten – 39 Prozent – bei Jewgenija Tschirikowa. Ihre positive Einstellung zu ihr bekundeten 28 Prozent der Befragten. Bei Udalzow liegt dieser Anteil bei 27 Prozent, bei Nawalny sind es 22 Prozent.“

    Der Politologe Alexej Makarkin führt diese Entwicklung darauf zurück, dass die Oppositionspolitiker im Staatsfernsehen hauptsächlich negativ charakterisiert werden. Außerdem löst die Protestbewegung, so Fjodorow, „nicht bei allen Enthusiasmus aus“. „Für viele bedeuten die Kundgebungen Chaos, ein Zeichen von wirren Zeiten und Destabilisierung“, stellt der Soziologe fest.

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