06:39 11 Dezember 2017
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    Putin trifft Merkel: Schlagabtausch, aber kein Eklat - „Wedomosti“

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    Trotz Befürchtungen ist es beim Treffen zwischen Präsident Wladimir Putin und Bundeskanzlerin Angela Merkel in Moskau nicht zu einem Eklat gekommen, schreibt die Zeitung „Wedomosti“ am Montag.

    Trotz Befürchtungen ist es beim Treffen zwischen Präsident Wladimir Putin und Bundeskanzlerin Angela Merkel in Moskau nicht zu einem Eklat gekommen, schreibt die Zeitung „Wedomosti“ am Montag.

    Putin und Merkel nahmen am Freitag an der abschließenden Diskussionsveranstaltung des „Petersburger Dialogs“ teil. Das Treffen fand eine Woche nach der Verabschiedung einer Resolution statt, in der der Bundestag seine Besorgnis über die Verleumdungs- und NGO-Gesetze in Russland ausdrückte.

    Dementsprechend drehten sich viele Fragen um den Ist-Zustand des russisch-deutschen Verhältnisses, in dem es zuletzt etliche atmosphärische Störungen gegeben hat.

    „Unsere Freundschaft wird nicht besser, wenn wir alles unter den Teppich kehren und nicht darüber diskutieren“, sagte Merkel. „Meine Bitte ist, nicht jede Kritik sofort als destruktiv anzusehen“, so Merkel. Auch der zuletzt stark in die Kritik geratene Russland-Beauftragte der Bundesregierung und Urheber der Resolution, Andreas Schockenhoff, schlug während der Diskussionsveranstaltung in dieselbe Kerbe. Es gehe dem Bundestag nicht um eine „schulmeisterliche Belehrung von Außen“; wichtig sei der Dialog, Deutschland und Russland sollten „gemeinsam an den Problemen arbeiten“, sagte Schockenhoff.

    Putin kritisierte bei dem Treffen das Dritte Energiepaket der EU und rief Deutschland dazu auf, die umstrittene Punkband Pussy Riot nicht zu unterstützen. Eine der Frauen habe an einer antisemitischen Aktion teilgenommen, so Putin. Vor einem Jahr seien drei Puppen mit der Aufschrift ‚Jude‘ und ‚Migrant‘ in einem Supermarkt symbolisch erhängt worden, sagte der Kreml-Chef.

    Bei dem Treffen wurden zehn Wirtschaftsabkommen unterzeichnet, darunter zwischen der Russischen Eisenbahnen AG und der Siemens AG.

    Dem Chefredakteur der Zeitschrift „Russia in Global Affairs“ Fjodor Lukjanow zufolge sind die russisch-deutschen Wirtschaftsbeziehungen zwar auf Erfolgskurs, doch die Deutschen manövrieren sich mit ihrer ständigen Kritik an dem politischen Kurs Russlands ins Abseits.

    Die Positionen Russlands und Deutschlands hatten sich zu Beginn der 2000er-Jahre angenähert, doch in letzter Zeit driften sie immer weiter auseinander, so Jens Paulus von der Konrad-Adenauer-Stiftung.

     

     

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