18:54 25 September 2017
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    Rausschmiss von Verteidigungsminister: Machtkreise für die meisten Russen „total korrupt“

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    Die mit einem Betrugsskandal verbundene Entlassung von Verteidigungsminister Anatoli Serdjukow sehen vier Fünftel der Russen als Zeugnis einer allumfassenden Korruption in den Machtkreisen an. Das hat eine Umfrage des Lewada-Zentrums ergeben.

    Die mit einem Betrugsskandal verbundene Entlassung von Verteidigungsminister Anatoli Serdjukow sehen vier Fünftel der Russen als Zeugnis einer allumfassenden Korruption in den Machtkreisen an. Das hat eine Umfrage des Lewada-Zentrums ergeben.

    Serdjukow war im November abgesetzt worden, nachdem im Verteidigungsministerium mehrere Fälle von grober Veruntreuung aufgespürt worden waren. Eine Studie des Lewada-Zentrums zeigt, dass 60 Prozent der Russen von dem Betrugsskandal wissen. Nur 17 Prozent haben davon nie gehört.

    Rund 80 Prozent der Befragten bezeichneten die Korruptionsaffäre im Verteidigungsministerium als eine „Erscheinungsform des allgemeinen Verfalls und der Korruption an der Macht“. Nur zwölf Prozent sehen das als einen Einzellfall an.

    Die Entlassung des Verteidigungsministers nehmen rund 40 Prozent der Interviewten als Auftakt einer systematischen Anti-Korruptionskampagne in der Regierungsebene wahr. Fast 42 Prozent hingegen sehen darin einen Kampf unter den Machtclans.

    Nur ein Zehntel glaubt fest daran, dass die Korruption auf den höheren Machtebenen nach der Entlassung Serdjukows ausgemerzt wird. Weitere 34 Prozent halten das für sehr wahrscheinlich. Etwa 30 Prozent antworteten mit „eher nicht“, weitere zehn Prozent sind fest überzeugt, dass eine Bekämpfung der Korruption auf den höheren Machtebenen unmöglich sei.

    Zwei Drittel der Befragten begrüßten die Entlassung Serdjukows. Rund 38 Prozent sind überzeugt, dass der Ex-Verteidigungsminister in die Veruntreuungsaffäre persönlich involviert ist. Fast 27 Prozent begründeten ihre ablehnenden Haltung zum Ex-Minister damit, dass die von ihm gestartete Militärreform der Verteidigungskraft der Armee geschadet habe. Nur fünf Prozent der Befragten glauben, dass Serdjukow entlassen wurde, weil er gegen Unterschlagung gekämpft habe.

    Weitere drei Prozent äußerten die Meinung, dass der Verteidigungsminister mit der Entlassung „bestraft“ worden sei, weil er „seine Frau betrogen“ habe. Der Ex-Verteidigungsminister ist nämlich mit der Tochter von Ex-Premier Viktor Subkow verheiratet, der als Vertrauter von Präsident Wladimir Putin gilt.

    Laut dem stellvertretenden Direktor des Lewada-Zentrums, Alexej Graschdankin, ist Korruption nicht das Schlimmste, was die Bürger an der Regierung auszusetzen haben. „Die Menschen können wohl mit einer korrupten Regierung leben … solange sich ihre eigenen Lebensbedingungen nicht wesentlich verschlechtern.“

    Im Rahmen der Studie wurden am 23. bis 26. November dieses Jahres Menschen in 45 russischen Regionen befragt. Die Toleranzabweichung lag dabei unter 3,4 Prozent.

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