04:14 06 Dezember 2019
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    Magnitski-Liste: 39% der Russen begrüßen US-Sanktionen gegen Amtspersonen

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    Während Politiker in Moskau sich vehement gegen die westliche „Magnitski-Liste“ wehren, begrüßt mehr als ein Drittel der Russen mögliche US-Strafmaßnahmen gegen russische Amtspersonen. Das zeigt eine Umfrage des Lewada-Zentrums.

    Während Politiker in Moskau sich vehement gegen die westliche „Magnitski-Liste“ wehren, begrüßt mehr als ein Drittel der Russen mögliche US-Strafmaßnahmen gegen russische Amtspersonen. Das zeigt eine Umfrage des Lewada-Zentrums.

    Rund 16 Prozent der Befragten begrüßten voll und ganz drohende Einreisebeschränkungen und Kontensperrung gegen russische Amtspersonen aus der Magnitski-Liste, teilte Lewada-Zentrum am Freitag mit. Weitere 23 Prozent stimmten den Sanktionen grundsätzlich zu. Nur drei Prozent lehnen die Magnitski-Liste strikt ab. Weitere elf Prozent stehen „eher ablehnend“ dazu. Rund 48 Prozent antworteten mit „weiß nicht“.

    Rund 24 Prozent der Interviewten machten die zuständigen Ermittler sowie ranghohe Amtspersonen für den Tod des Anwalts Sergej Magnitski in U-Haft verantwortlich. Weitere fünf Prozent denken, Magnitski sei infolge eines tragischen Zusammentreffens von Ereignissen gestorben. Ein Drittel der Befragten gab an, „nichts davon gehört“ zu haben.

    Im Rahmen der Studie hat das Lewada-Zentrum vom 23. bis 26. November dieses Jahres fast 1600 Menschen in 130 Ortschaften von 45 russischen Regionen befragt.
     
    Auf der im Westen erstellten Magnitski-Liste werden russische Amtspersonen geführt, die angeblich in den Tod von Anwalt Sergej Magnitski im Jahr 2009 in einem Untersuchungsgefängnis verwickelt sind. Der US-Kongress hat ein Gesetz verabschiedet, welches Einreisebeschränkungen gegen russische Beamte aus dieser Liste verhängt. Russland warnt vor der Umsetzung der Sanktionen und droht mit Konsequenzen.

    Magnitski, Anwalt des Investmenthauses Hermitage Capital, war in Russland wegen des Verdachts festgenommen worden, Unternehmenssteuern hinterzogen zu haben. Vor seinem Tod am 16. November 2009 hatte der 37-Jährige über Schmerzen geklagt, jedoch sollen die Aufseher und Ärzte des Moskauer Untersuchungsgefängnisses, in dem Magnitski sich befand, nicht reagiert haben. Sein Tod löste ein starkes internationales Echo aus.

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