20:44 21 November 2018
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    Freispruch im Todesfall Sergej Magnitski

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    Mehr als drei Jahre nach dem Tod von Anwalt Sergej Magnitski in einer Moskauer U-Haftanstalt hat ein Bezirksgericht der russischen Hauptstadt den ehemaligen Vizechef des Gefängnisses „Butyrka“, Dmitri Kratow, vom Vorwurf der Fahrlässigkeit mit Todesfolge freigesprochen.

    Mehr als drei Jahre nach dem Tod von Anwalt Sergej Magnitski in einer Moskauer U-Haftanstalt hat ein Bezirksgericht der russischen Hauptstadt den ehemaligen Vizechef des Gefängnisses „Butyrka“, Dmitri Kratow, vom Vorwurf der Fahrlässigkeit mit Todesfolge freigesprochen.

    Magnitski, Jurist der Investmentstiftung Hermitage Capital Management, war 2008 wegen des Verdachts festgenommen worden, Unternehmenssteuern hinterzogen zu haben. Der Verdächtige beteuerte seine Unschuld und warf Beamten im Innenministerium vor, 5,4 Milliarden Rubel (ca. 135 Millionen Euro), die die Stiftung an Steuern gezahlt hat, unterschlagen zu haben.

    Zunächst befand sich Magnitski vier Monate lang im Moskauer Butyrka-Gefängnis, bevor er in die Haftanstalt Matrosskaya Tischina verlegt wurde. Der 37-Jährige starb am 16. November 2009, nach fast einem Jahr in U-Haft. Vor seinem Tod soll er über Schmerzen geklagt haben, jedoch sollen Aufseher und Ärzte des Butyrka-Gefängnisses nicht reagiert haben.

    Im Zusammenhang mit dem Todesfall wurde ein Ermittlungsverfahren eingeleitet. Der Vizechef des Gefängnisses „Butyrka“, Dmitri Kratow, wurde wegen Fahrlässigkeit angeklagt, die zum Tod Magnitskis führte. Zudem saß Ärztin Larissa Litwinowa auf der Anklagebank. Das Verfahren gegen sie wurde jedoch bereits im Frühjahr wegen Verjährung eingestellt.
     
    Der Vorfall hatte ein starkes internationales Echo ausgelöst. Im Westen wurde eine Liste russischer Amtspersonen erstellt, die angeblich in den Tod Magnitskis verwickelt sind. Der US-Kongress verabschiedete ein Gesetz, welches Einreisebeschränkungen und andere Sanktionen gegen die Beamten auf dieser Liste verhängt. Das russische Parlament konterte mit einem eigenen Sanktionsgesetz, das für alle ausländischen Staatsbürger gilt, die die Rechte von Russen verletzt haben.

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