14:49 26 September 2017
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    Pawel Chodorkowski: "Keine Rückkehr nach Russland vor Freilassung meines Vaters"

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    Prozess gegen Michail Chodorkowski (218)
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    Der in den USA lebende Sohn des wegen Geldwäsche und Öldiebstahl verurteilten Ex-Yukos-Chefs Michail Chodorkowski möchte nach Russland zurückkehren – wird das aber erst tun, wenn sein Vater frei ist, so Pawel Chodorkowski nach der Präsentation des Chodorkowski-Buchs „Mein Weg. Ein politisches Bekenntnis” in Berlin.

    Der in den USA lebende Sohn des wegen Geldwäsche und Öldiebstahl verurteilten Ex-Yukos-Chefs Michail Chodorkowski möchte nach Russland zurückkehren – wird das aber erst tun, wenn sein Vater frei ist, so Pawel Chodorkowski nach der Präsentation des Chodorkowski-Buchs „Mein Weg. Ein politisches Bekenntnis” in Berlin.

    „Nein. Ich bin der Ansicht, dass ich im Fall meines Vaters um einiges nützlicher bin, wenn ich mich im Ausland aufhalte. Hier habe ich die Möglichkeit, mit der Presse zu sprechen, mit Politikern, und einfach meinen Vater zu unterstützen“, sagte der Chodorkowski-Sohn am Donnerstagabend zu RIA Novosti.

    In Russland war das Buch, das Michail Chodorkowski in Zusammenarbeit mit der Journalistin Natalia Geworkian geschrieben hatte, im September 2012 unter dem Titel „Gefängnis und Freiheit“ erschienen. Es handelt von den Ereignissen im Russland der 90er-Jahre, der Geschichte von Yukos und davon, wie Chodorkowski ins Gefängnis gekommen war. Der Ex-Oligarch geht auch auf seine Sicht auf das Russland von heute und die politische, wirtschaftliche und soziale Entwicklung des Landes ein.

    Wie Pawel Chodorkowski, der derzeit in New York lebt und arbeitet, RIA Novosti gegenüber ausführte, hatte ihm sein Vater von einer Rückkehr nach Russland vor der Freilassung der Hauptangeklagten in den Yukos-Prozessen abgeraten. Der Wunsch nach einer Heimkehr sei jedoch aktuell.

    „Es gibt eine riesige Anzahl von Menschen, Freunden, mit denen ich mich nicht treffen kann, weil sie nicht oft nach New York fliegen. In erster Linie sind es natürlich Menschen, die ich vermisse“, so Chodorkowski jr. Er habe auch eine Schwester und zwei Brüder, die in Russland leben.

    Ende 2010 hatte ein Moskauer Gericht Michail Chodorkowski und seinen Geschäftspartner Platon Lebedew wegen Hinterziehung von 200 Millionen Tonnen Öl und Geldwäsche zu 14 Jahren Haft verurteilt. Mittlerweile wurde die Haftstrafe um ein Jahr gemildert.

    Am 20. Oktober verkürzte das Präsidium des Moskauer Stadtgerichts die Haftdauer von 13 auf 11 Jahre. Unter Berücksichtigung der bereits abgesessenen Strafe aus dem ersten Yukos-Prozess dürfte Chodorkowski im Oktober 2014 das Gefängnis verlassen.

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