16:44 19 Dezember 2018
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    „Iswestija“: Sofias Verzicht auf AKW-Bau verursacht Regierungsrücktritt

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    Die bulgarische Regierung ist nach Massenprotesten gegen die Erhöhung der Strom- und Heizungspreise zurückgetreten, schreibt die „Iswestija“ am Donnerstag.

    Die bulgarische Regierung ist nach Massenprotesten gegen die Erhöhung der Strom- und Heizungspreise zurückgetreten, schreibt die „Iswestija“ am Donnerstag.

    Nach Ansicht russischer Experten hatte sich die Regierungskrise bereits im Frühjahr 2012 angebahnt, als Premier Bojko Borissow die Anweisung erteilte, den AKW-Bau wegen Meinungsdifferenzen mit der russischen Seite hinsichtlich des Wertes dieses Projektes auf Eis zu legen.

    Auf Initiative der Opposition fand Ende Januar in Bulgarien ein Referendum über die Zukunft der Atomenergiewirtschaft statt. Nun soll das Parlament innerhalb von drei Monaten „den Bau eines neuen AKW behandeln“, schreibt das Blatt.

    „Diese Formulierung könnte für Russland die Fortsetzung des Baus des Atomkraftwerks in Belene bedeuten. Der Auftragnehmer des Projektes zum Bau des Atomkraftwerks Belene ist das russische Unternehmen Atomstroyexport.“

    „Bulgarien ist eines der ärmsten EU-Länder. In  absehbarer Perspektive wird es kaum ohne Kernenergie auskommen“, zitiert die Zeitung den  Leiter des Lehrstuhls Weltwirtschaft und Politik der Wirtschaftshochschule Moskau, Maxim Braterski. „Der gewaltige Anstieg der Strompreise ist darauf zurückzuführen, dass die Bulgaren sich gezwungen sahen, den Strommangel zu beseitigen - und zwar durch den Stromkauf bei Nachbarn, etwa bei der Türkei“.

    Eine radikale Verbesserung der Lage auf dem bulgarischen Energiemarkt ist kaum zu erwarten, betont die Zeitung. Russisches Gas kommt nicht so schnell hierher.

    Im November vergangenen Jahres hatte Bulgarien den Bau des bulgarischen Abschnitts der russischen Gaspipeline South Stream mit Gazprom besiegelt. Der Bau des 540 Kilometer langen Gaspipeline-Abschnitts soll 2013 starten und 2015 beendet werden, wonach die ersten russischen Gaslieferungen erfolgen sollen.

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