11:55 13 Dezember 2017
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    EP-Beobachter: Anklage Timoschenkos wegen Beihilfe zum Mord ist „politisch zweifelhaft“

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    Der gegen die ukrainische Ex-Regierungschefin Julia Timoschenko erhobene Verdacht der Mittäterschaft bei der Ermordung des Abgeordneten Jewgeni Schtscherban nimmt sich laut dem polnischen Ex-Präsidenten Aleksander Kwasniewski aus politischer Sicht zweifelhaft aus.

    Der gegen die ukrainische Ex-Regierungschefin Julia Timoschenko erhobene Verdacht der Mittäterschaft bei der Ermordung des Abgeordneten Jewgeni Schtscherban nimmt sich laut dem polnischen Ex-Präsidenten Aleksander Kwasniewski aus politischer Sicht zweifelhaft aus.
     
    „Auch wenn die Anklage aus juristischer Sicht einwandfrei ist, wirkt sie aus politischer Sicht zweifelhaft“, sagte Kwasniewski am Mittwoch in Kiew laut der ukrainischen Nachrichtenagentur UNIAN.
     
    Neben dem ehemaligen Vorsitzenden des Europäischen Parlaments (EP), Pat Cox, leitet Kwasniewski die im Juni 2012 gebildete  Beobachtungsmission dieser europäischen Institution. Im Auftrag des Europäischen Parlaments überwacht er die Gerichtsprozesse gegen die inhaftierten Oppositionsführer in der Ukraine.
     
    Die Oppositionspolitikerin war im Jahr 2011 wegen Amtsmissbrauch beim Abschluss von Gasverträgen mit Russland zu sieben Jahren Haft verurteilt worden. Im Westen wird das gegen Timoschenko gefällte Urteil als politisch motiviert eingeschätzt. Die ukrainischen Behörden weisen diesen Vorwurf zurück. 
     
    Generalstaatsanwalt Viktor Pschonka teilte im Januar 2013 mit, dass Timoschenko verdächtigt werde, in den Mord an dem Abgeordneten und Unternehmer Jewgeni Schtscherban 1996 verwickelt zu sein. Laut einer Version der Ermittler hatten Timoschenko und der frühere ukrainische Premier Pawel Lasarenko die Ermordung von Schtscherban organisiert, um ihre Geschäftsinteressen durchzusetzen. Sollte die Schuld Timoschenkos vor Gericht bewiesen werden, würde ihr eine lebenslange Haft drohen. 
     
     

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