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    UNICEF wirft Israel brutalen Umgang mit palästinensischen Kindern vor

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    Gewalteskalation im Nahen Osten (255)
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    Das UN-Kinderhilfswerk (UNICEF) hat Tel Aviv wegen der „massenhaften, systematischen und institualisierten“ Misshandlung von minderjährigen Palästinensern beschuldigt, die jedes Jahr zu Hunderten von den israelischen Sicherheitskräften festgenommen werden.

    Das UN-Kinderhilfswerk (UNICEF) hat Tel Aviv wegen der „massenhaften, systematischen und institualisierten“ Misshandlung von minderjährigen Palästinensern beschuldigt, die jedes Jahr zu Hunderten von den israelischen Sicherheitskräften festgenommen werden.
     
    Laut einem am Mittwoch veröffentlichten UNICEF-Bericht werden jedes Jahr im Westjordanland rund 700 Palästinenser im Alter zwischen zwölf und 17 Jahren von israelischen Militärs, Polizisten und Geheimdienstlern „festgenommen, verhört und arretiert“. Das seien vorwiegend männliche Jugendliche, die verdächtigt werden, Steine auf Soldaten oder gegen vorbeifahrende Autos geworfen zu haben. 
     
    Laut UNICEF werden die Rechte der Kinder faktisch in allen Etappen ihrer Haft verletzt - von der Festnahme, die oft nachts erfolgt und mit Körper- und Verbalverletzungen begleitet wird, bis zur Verhandlung vor Gericht, das oft eine Haftstrafe verhängt, die außerhalb der palästinensischen Territorien abgebüßt wird. 
     
    Als ausreichender Schuldbeweis gelte oft das Geständnis des jeweiligen Angeklagten, das bei Verhören erzwungen werde, die in Anwesenheit von Familienangehörigen oder Anwälten durchgeführt und „ein Gemisch aus Einschüchterungen, Drohungen und physischer Gewalt“ darstellen, heißt es in dem Bericht.
     
    „Derartige Handlungen, die massenhaft, systematisch und institualisiert zu sein scheinen, verletzten das Völkerrecht, das bei dem Zusammenwirken der Rechtsschutzbehörden, der Militärs und der Gerichtsinstitute alle Kinder gegen brutalen Umgang schützt“, wird unterstrichen. Das Dokument basiert auf der Analyse von mehr als 400 solchen Fällen.  
     
    Wie der Sprecher des israelischen Außenministeriums, Yigal Palmor, laut Reuters äußerte, sollen die in dem Bericht formulierten Schlüsse analysiert und die ausgearbeiteten Empfehlungen für eine Verbesserung der Situation mit den minderjährigen palästinensischen Häftlingen praktisch umgesetzt werden.

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