23:01 22 Oktober 2017
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    Lettlands Kulturministerin warnt Landsleute, Russisch zu sprechen

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    Die lettische Kulturministerin Žaneta Jaunzeme-Grende hat die Landsleute aufgerufen, kein Russisch im Alltagsleben zu verwenden. Wer die russische Sprache spreche, sei nicht standhaft genug.

    Die lettische Kulturministerin Žaneta Jaunzeme-Grende hat die Landsleute aufgerufen, kein Russisch im Alltagsleben zu verwenden. Wer die russische Sprache spreche, sei nicht standhaft genug.

    „Wir müssen hart und konsequent im Alltagsleben sein und Lettisch sprechen. Denn es ist unser Land, auf das wir stolz sind“, sagte die Ministerin vor Journalisten in Donnerstag. Russisch müsse aus Schulen und Kindergärten verschwinden. „Auch zu Medien darf man nur Lettisch sprechen. Nicht nachgeben und nicht schwindeln, sondern unsere Sprache, Kultur und unseren Staat standhaft verteidigen.“
     
    Nach dem Zerfall der Sowjetunion 1991 wurde in den unabhängig gewordenen baltischen Staaten hunderttausenden Menschen, überwiegend Russen, die Einbürgerung verweigert. Von den fast 2,3 Millionen Menschen, die in Lettland leben, sind mehr als 300 000 der wichtigsten Bürgerrechte wie des Stimmrechts beraubt. Für die „Nichtbürger" gelten insgesamt mehr als 80 Beschränkungen und Verbote. Ihnen ist zum Beispiel untersagt, im öffentlichen Dienst oder in der Pharmaindustrie zu arbeiten.

    Russisch, das für 44 Prozent der Letten Muttersprache ist, hat keinen offiziellen Status. Dennoch finanziert die Regierung des baltischen Staates auch Kindergärten und Schulen mit Unterricht auf Russisch.