18:42 15 Dezember 2017
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    Nach Unruhen: Türkei schiebt angeblich 600 syrische Flüchtlinge ab

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    Unruhen in Syrien (3838)
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    Nach gewaltsamen Protesten in der südlichen Grenzprovinz Şanlıurfa hat die Türkei laut Medien rund 600 syrische Bürgerkriegsflüchtlinge deportiert.

    Nach gewaltsamen Protesten in der südlichen Grenzprovinz Şanlıurfa hat die Türkei laut Medien rund 600 syrische Bürgerkriegsflüchtlinge deportiert.

    Am Mittwoch hatten in Zeltlagern in Akcakale lebende Syrer gegen ihre Lebensbedingungen protestiert. Die türkischen Sicherheitskräfte mussten Tränengas einsetzen. Es soll Verletzte gegeben haben. Auslöser der Proteste war ein durch einen Kurzschluss verursachter Brand in einem Zelt, bei dem laut Medien ein siebenjähriges Kind gestorben und zwei weitere verletzt worden waren.

    Bis Donnerstagmittag habe die Türkei 600 Protestteilnehmer abgeschoben, meldet die Agentur Doğan. Die Ermittlung gehe weiter, weitere Deportationen seien möglich.

    Das türkische Außenministerium wies diese Information als falsch zurück. Nach Angaben der Behörde hat es keine Abschiebung gegeben, sondern 50 bis 60 syrische Flüchtlinge seien freiwillig heimgekehrt. Das Büro des UN-Flüchtlingskommissars äußerte sich besorgt über die mögliche Massenausweisung von Flüchtlingen aus der Türkei.

    In der Türkei halten sich nach Behördenangaben etwa 185 000 Flüchtlinge aus dem kriegsgebeutelten Syrien auf. Fast 90 000 von ihnen leben in Şanlıurfa an der syrischen Grenze.

    In Syrien toben seit zwei Jahren Kämpfe zwischen Armee und bewaffneten Regierungsgegnern. Laut UN-Angaben sind bei den Gefechten mehr als 70 000 Menschen getötet worden. Etwa eine halbe Million musste ihre Häuser verlassen. Die Opposition, aber auch westliche Staaten wollen Assad zum Rücktritt zwingen. Nach Darstellung der Regierung kämpft die Armee gegen aus dem Ausland unterstützte Terroristen.

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