20:35 22 August 2017
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    Ansturm syrischer Flüchtlinge in Nord-Jordanien: Amman spricht von Notstandsgebiet

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    Jordanien will wegen des großen Andrangs von Flüchtlingen aus dem benachbarten Syrien seine nördlichen Provinzen zum Notstandsgebiet erklären, schreibt die Zeitung „Al-Arab al-Yawm“ am Mittwoch unter Berufung auf den Premier des Königreichs, Abdullah Ensour.

    Jordanien will wegen des großen Andrangs von Flüchtlingen aus dem benachbarten Syrien seine nördlichen Provinzen zum Notstandsgebiet erklären, schreibt die Zeitung „Al-Arab al-Yawm“ am Mittwoch unter Berufung auf den Premier des Königreichs, Abdullah Ensour.

    Das jordanische Parlament hatte sich zuvor dafür ausgesprochen, die Provinzen Irbid, Adschlun und Al-Mafraq als Notstandsgebiet einzustufen.

    „Die Regierung könnte den UN-Sicherheitsrat um die Einberufung einer Eilsitzung zu Fragen der humanitären Situation an den nördlichen Grenzen ersuchen und um Soforthilfe bei der Unterbringung der syrischen Flüchtlinge bitten“, so Ensour.

    Laut dem jordanischen Premier kann die Zahl der Flüchtlinge aus Syrien im Falle einer weiteren Eskalation des Konfliktes in diesem Land auf zwei Millionen steigen. „Das Schlimmste in Syrien steht noch bevor“, so Ensour.

    Dem Blatt zufolge wollen die jordanischen Behörden mit Hilfe der USA den Grenzschutz verstärken, um Grenzverstöße, darunter Schmuggeldelikte, effektiv unterbinden zu können. Es ist unter anderem geplant, zusätzlich Videokameras, Radare und elektronische Beobachtungstechnik an den Grenzen aufzustellen.

    Amman hat nicht nur einmal darauf hingewiesen, den Andrang von Flüchtlingen aus Syrien nicht im Alleingang bewältigen zu können. Die bewaffnete Konfrontation zwischen den Regierungskräften und den Aufständischen in Syrien, die von außen unterstützt werden, dauert seit zwei Jahren an. Seitdem sind rund eine halbe Million Syrer nach Jordanien geflüchtet. Viele von ihnen wurden in Flüchtlingslagern untergebracht.

    Hunderttausende Syrer mussten neben Jordanien auch in die Nachbarländer Libanon, Türkei und Irak flüchten.

    Auf einer internationalen Konferenz zu Problemen der syrischen Flüchtlinge, die Ende Januar in Kuwait stattfand, wurde Finanzhilfe in Höhe von 1,5 Milliarden US-Dollar für die Notumsiedler zugesagt.

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