15:59 16 Dezember 2017
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    Medwedew: Russland muss Kosovo-Regelung nicht vorantreiben

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    Kosovo-Status (440)
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    Russland wird laut Regierungschef Dmitri Medwedew Serbien weiter im Streit mit dessen abtrünniger Provinz Kosovo unterstützten. Erwartungen, dass Russland bei der Beilegung des Konfliktes die Hauptrolle übernimmt, sind jedoch unbegründet.

    Russland wird laut Regierungschef Dmitri Medwedew Serbien weiter im Streit mit dessen abtrünniger Provinz Kosovo unterstützten. Erwartungen, dass Russland bei der Beilegung des Konfliktes die Hauptrolle übernimmt, sind jedoch unbegründet. 

    „Wir werden natürlich unsere serbischen Freunde unterstützen“, sagte Medwedew am Mittwoch, nach einem Treffen mit dem serbischen Premier Ivica Dacic in Gorki bei Moskau. „Aber nicht Russland, sondern Serbien selbst muss diesen Prozess vorantreiben.“ Er habe „seit einiger Zeit“ den Eindruck, dass  „man von Russland mehr als von Serbien erwartet, was falsch ist“. Russland verstehe, wie wichtig die Frage des Kosovo für Serbien ist. Doch sei Serbien der Hauptinteressent.

    Das Kosovo, das nach dem Nato-Angriff auf Jugoslawien 1999 jahrelang unter UN-Verwaltung stand, hatte im Februar 2008 mit Rückendeckung der USA und führender EU-Staaten seine Unabhängigkeit erklärt. Serbien verkündete, es werde den Verlust von 15 Prozent seines Gebietes niemals akzeptieren. Die UN-Vetomacht Russland kündigte an, nur eine Lösung mit Zustimmung Serbiens mitzutragen.

    Obwohl mehr als die Hälfte der 192 UN-Nationen das Kosovo als unabhängigen Staat anerkannt haben, geht Russland von der Resolution 1244 des UN-Sicherheitsrates aus, die alle UN-Mitgliedstaaten zur Wahrung der „Souveränität und Integrität der Bundesrepublik Jugoslawien“, deren Rechtsnachfolger Serbien ist, verpflichtet.

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