20:20 26 September 2017
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    Russland: Bestes Zeugnis für Verteidigungsminister Schoigu im Kabinetts-Ranking

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    Der russische Verteidigungsminister Sergej Schoigu ist an die Spitze der Rangliste der russischen Regierungsmitglieder gewählt worden. Politologen zufolge werden große Hoffnungen auf den beliebten Schoigu bei der Umsetzung der Armeereform gesetzt.

    Der russische Verteidigungsminister Sergej Schoigu ist an die Spitze der Rangliste der russischen Regierungsmitglieder gewählt worden. Politologen zufolge werden große Hoffnungen auf den beliebten Schoigu bei der Umsetzung der Armeereform gesetzt.

    In die Top 3 der Liste, die vom Radiosender Echo Moskwy, RIA Novosti, der Zeitung „Iswestija“ und anderen Agenturen zum ersten Amtsjahr der Medwedew-Regierung erstellt wurde, haben  es zudem Vizepremier Igor Schuwalow und Außenminister Sergej Lawrow geschafft. Die vordere Platzierung des beliebten Außenamtschefs ist keine Überraschung. Dass Schuwalow den Sprung auf Position zwei geschafft habe, hänge mit seiner allseits geschätzten Regierungsarbeit und der guten volkswirtschaftlichen Situation zusammen, so die politischen Beobachter.

    Das Ranking der 28 Regierungsmitglieder wurde anhand von Kriterien wie „Anzahl der Zitate in den Medien“, „Einfluss“, „Effizienz“ und „Popularität“ zusammengestellt. Zudem wurden die Politiker in diesem Jahr nach ihrer „Offenheit“ beurteilt.  Den Kategorien „Einfluss“ und „Effizienz“ wurde ein Anteil von jeweils 40 Prozent, bei „Popularität“ und „Anzahl der Zitate in den Medien“ von 16 bzw. vier Prozent bei der Einstufung beigemessen.

    Der 45-köpfige Expertenrat aus Politikern, Chefredakteuren und Politologen bewertete nach einer 20-Punkte-Skala. Auf der Liste sind auch Regierungsmitglieder vertreten, die über die Hälfte des ersten Amtsjahres dem Kabinett angehört haben. Zu dieser Liste gehört demnach auch der zurückgetretene Vizepremier Wladislaw Surkow.

    Wie auch in der Liste des abgetretenen  Kabinetts unter Putin wurde der Regierungschef nicht bewertet.

    Von Popularität bis Einfluss

    Spitzenreiter Schoigu kam auf insgesamt 10,64 Punkte. In den Kategorien „Popularität“ und „Anzahl der Zitate in den Medien“ führt er das Ranking an.

    Auf Platz zwei folgt Vizepremier Igor Schuwalow mit 10,43 Punkten. Auf dem dritten Platz steht Außenminister Sergej Lawrow mit 10,35 Punkten. Unter die ersten Fünf haben es Finanzminister Anton Siluanow mit 10,08 Punkten und Innenminister Wladimir Kolokolzew mit 8,82 Punkten geschafft. Am Ende der Liste steht Viktor Ischajew, Minister für die Entwicklung des Fernen Ostens (3,17). Ischajew ist ebenfalls Schlusslicht in der Kategorie „Einfluss“.  Als einflussreichstes Regierungsmitglied wurde Igor Schuwalow mit 12,41 Punkten eingestuft, gefolgt von Schoigu mit 12,22 und Lawrow mit 10,71 Punkten. Als effektivster Minister gilt Siluanow (13,34), gefolgt von Lawrow (12,92) und Schuwalow (12,23). Der Minister für die Entwicklung des Fernen Ostens findet sich am Ende der Rangliste wieder.

    In der Kategorie „Popularität“ setzte sich Schoigu durch (18,3). Auf Platz zwei und drei folgen Lawrow (14,62) und Kolokolzew (13,76). Der Abstand in dieser Kategorie ist ziemlich groß. Am unpopulärsten ist der Minister für regionale Entwicklung, Igor Sljunjajew.

    Die meistzitierten Regierungsmitglieder sind Schoigu und Lawrow, gefolgt von Vizepremier Arkadi Dworkowitsch.

    Gewinner und Verlierer des Vorjahres

    Unter den ersten Drei der vorjährigen Liste des abgetretenen Kabinetts unter Vorsitz Putins waren der ehemalige Finanzminister Alexej Kudrin, der damalige Zivilschutzminister Sergej Schoigu und Außenminister Sergej Lawrow. Die Arbeit der Regierungsmitglieder wurde nach den Kategorien „Einfluss“, „Popularität“, „Effizienz“ und „integrierte Umfragewerte“  beurteilt.

    Auf dem letzten Platz steht der damalige Minister für regionale Entwicklung, Viktor Bassargin. Die vorletzten Plätze belegen Kulturminister Alexander Awdejew und Energieminister Sergej Schmatko.

    Als einflussreichstes Regierungsmitglied wurde Vizepremier Igor Setschin, als populärstes Schoigu und als effektivstes Lawrow eingestuft. Am Ende der Rangliste befinden sich Awdejew, Bassargin und  Verkehrsminister Igor Lewitin.

    Legende, Nachfolger und Reformer

    Politologen hatten damit gerechnet, dass Verteidigungsminister Sergej Schoigu an der Spitze der Rangliste steht, weil er seit langer Zeit bei den russischen Bürgern und Experten beliebt ist. Wie der Politologe Wladimir Slatinow äußerte, ist die Popularität Schoigus auf seine früheren Verdienste als Zivilschutzminister und die Erwartungen an die Militärreform zurückzuführen. Zudem profitiere er vom Vergleich mit seinem Vorgänger Anatoli Serdjukow, so der Experte.

    Der Politologe Alexej Muchin ist ebenfalls der Ansicht, dass Schoigus Spitzen-Ranking damit zusammenhängt, dass er eine Legende sei. „Es ist sehr schwer, Schoigu auf diesem Gebiet zu schlagen. Die Tatsache, dass er seine Spitzenstellung weiterhin hält, beweist,  dass er im Beamtenapparat und in der Politik gut positioniert ist“, sagte der Experte.

    Auch dass der Chefdiplomat Lawrow in den Ranglisten vorne zu finden ist, halten die politischen Beobachter in Russland für logisch. Dass Schuwalow auf den zweiten Platz eingestuft wurde, ist dagegen eine Überraschung, obwohl er gute Arbeit leistet. „In der letzten Zeit steht die Effizienz der Regierungsarbeit stark im Fokus. Igor Schuwalow liefert ein gutes Ergebnis ab. Deswegen hat er sich wohl zwischen Spitzenreiter Schoigu und den Dauerzweiten Lawrow platzieren können“, so Muchin.

    Dass Siluanow in der Kategorie „Effizienz“ die Spitze anführt und unter den ersten Fünf in der Gesamtwertung gelandet sei, sei ebenfalls logisch, weil die makrowirtschaftlichen Kennzahlen in Russland in Ordnung seien, so die Politologen. Der Finanzminister habe die Politik seines Vorgängers Alexej Kudrin weitergeführt.

    Der fünfte Platz des Innenministers Kolokolzew sei darauf zurückzuführen, dass er im Unterschied zu seinem Vorgänger Raschid Nurgalijew tatsächlich mit der Polizeireform begonnen habe, sagte Slatinow.  „Kolokolzew hat damit demonstriert, dass diese Reform angepackt wurde und nicht nur von Lohnerhöhungen, sondern auch von gestiegenen Anforderungen an die Mitarbeiter begleitet wird“, so Slatinow.

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