16:24 16 Februar 2019
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    „Atom-Abrüstung ausgeschlossen“: Obama-Initiative für Russland absurd - Experte

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    Als absolut unannehmbar für Russland hat ein russischer Rüstungsexperte die in Berlin erwartete Initiative von US-Präsident Barack Obama zur Abrüstung der strategischen und taktischen Offensivwaffen-Arsenale um ein Drittel bezeichnet.

    Als absolut unannehmbar für Russland hat ein russischer Rüstungsexperte die in Berlin erwartete Initiative von US-Präsident Barack Obama zur Abrüstung der strategischen und taktischen Offensivwaffen-Arsenale um ein Drittel bezeichnet. 

    „Die Initiative von Obama ist eine Fortsetzung des Kurses der USA, Russland in den Prozess der weiteren und äußerst zielstrebigen atomaren Abrüstung hineinzuziehen. Das ist für unser Land absolut unannehmbar“, sagte Igor Korotschenko, Chefredakteur der Zeitschrift „Nacionalnaja Oborona“ (dt.: „Nationale Verteidigung“) und Mitglied des Gesellschaftlichen Rates beim russischen Verteidigungsministeriums zu RIA Novosti. 

    Seinen Standpunkt untermauerte der Experte mit der Bedrohung durch den US-Raketenschild in Europa: „Aus Washington sind nach wie vor keine juristisch verbindlichen Garantien eingelangt, dass dieser Prozess nicht die Sicherheit unseres Landes gefährdet“, so Korotschenko. Die USA würden ihre potentiellen Möglichkeiten zum Abfangen der russischen ballistischen Interkontinentalraketen ausbauen und parallel dazu versuchen, Russland eine „hastige Atom-Abrüstung aufzudrängen“, unterstrich der Waffen-Experte. 

    Ihm zufolge könne dadurch eine Situation entstehen, in der ein bedeutender Teil des russischen Kernwaffen-Arsenals sich in den 2030ern oder 2040ern als wertlos herausstellt und der US-Raketenschirm sich nicht nur rasant über Europa, sondern auch über der pazifisch-asiatischen Region und anderen Teilen der Welt ausbreiten kann. 

    Die USA, so Korotschenko, bieten Russland radikale Atom-Abrüstung an und halten gleichzeitig ihre taktischen Kernwaffen in Europa. Washington würde nicht einmal daran denken, das eigene nukleare Arsenal auf das eigene Territorium abzuziehen, um eine Verhandlungsgrundlage zu schaffen. „Für Moskau sind die taktischen Atomwaffen ein wichtiges Element zur Gewährleistung der militärischen Sicherheit. Sich auf eine drastische Kürzung in der nächsten Zukunft einzulassen ist absolut nicht zielführend.“

    Am Dienstag hatte Obama auf dem G8-Gipfel erklärt, Russland und die USA müssten Vorreiter bei den gemeinsamen Bemühungen um die Nichtweiterverbreitung von Nuklearwaffen sein. 

    Der derzeit gültige Start-Vertrag, der am 5. Februar 20111 in Kraft getreten war, verpflichtet Russland und die USA zu einer Verringerung der strategischen Offensivwaffen. Seit 6. April 2011 sind jährlich bis zu 18 Inspektionen vorgesehen. Der Informationsaustausch über das Fortschreiten der Abrüstung findet alle halben Jahre – jeweils am 1. März und am 1. September – statt. 

    Laut dem Start-Vertrag aus dem Jahr 2010 haben Russland und die USA vor, innerhalb von 7 Jahren die Anzahl der Sprengköpfe auf 1550 zu verringern und die Obergrenze für strategische Trägermittel auf 800 zu senken.  Medienberichten zufolge kann das US-Arsenal mit 1700 atomaren Sprengköpfen beziffert werden. Das Weiße Haus erörtert zumindest drei Varianten der Reduzierung seiner strategischen Atomwaffen: Auf 1100 Einheiten, auf 700-800 bzw. sogar auf 300-400.

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