21:49 23 September 2017
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    „Spionage für Frieden“: Im Stuttgarter Prozess verweist Anwalt auf mildernde Aspekte

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    Prozess gegen russische Spione in Deutschland (17)
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    Die Verteidiger des Ehepaares Andreas und Heidrun Anschlag, die in Deutschland der Spionage für Russland beschuldigt werden, haben in ihren Schlussplädoyers beim Prozess in Stuttgart die Kontakte ihrer Mandanten zum Russischen Aufklärungsdienst nicht abgestritten.

    Die Verteidiger des Ehepaares Andreas und Heidrun Anschlag, die in Deutschland der Spionage für Russland beschuldigt werden, haben in ihren Schlussplädoyers beim Prozess in Stuttgart die Kontakte ihrer Mandanten zum Russischen Aufklärungsdienst nicht abgestritten. 

    Der Anwalt Horst Dieter Pötschke verwies in seiner Rede am Dienstag darauf, dass Spionageaktivitäten von vielen Ländern betrieben werden. In diesem Zusammenhang erinnerte er an die jüngsten Skandalfälle um das amerikanische Prism-Programm, die Aktivitäten der britischen Geheimdienste sowie das Abhören von G20-Teilnehmern 2009 in London. Es wäre dumm zu glauben, dass die Russen nicht genauso wie die Amerikaner spionieren würden, betonte er. 

    Sein Mandant Andreas Anschlag habe sich bei seiner Tätigkeit nicht von materiellen Überlegungen leiten lassen, so der Anwalt. Nicht viele würden bereit sein, ein solches Doppelleben zu führen und solche Opfer auf sich zu nehmen wie Anschlag, sagte Pötschke. Spionageaktivitäten würden oft auch im Interesse des Friedens betrieben. Sein Einsatz in Deutschland habe noch zu den Zeiten des Kalten Krieges begonnen, betonte er.

    Zuvor hatte der Anwalt in einem Gespräch mit RIA Novosti mitgeteilt, dass Andreas und Heidrun Anschlag russische Staatsbürger sind. 

    Die Eheleute, die sich Andreas und Heidrun Anschlag nannten und mit österreichischen Pässen in Deutschland lebten, waren im Oktober 2011 festgenommen worden. Ende September 2012 wurden sie angeklagt, für ein anderes Land spioniert zu haben. Laut der Ermittlung hatte das Ehepaar bereits 1988 Spionageaktivitäten aufgenommen.

    Die mutmaßlichen Spione werden unter anderem beschuldigt, den russischen Auslandsgeheimdienst SWR mit vertraulichen Informationen über die politische und militärische Strategie der EU und der Nato beliefert zu haben. Der Prozess in Stuttgart wurde Mitte Januar aufgenommen.

    In seinem Schlussplädoyer am 11. Juni hatte Bundesanwalt Wolfgang Siegmund 7,5 Jahre Haft für Andreas Anschlag und 4,5 Jahre Haft für Heidrun Anschlag sowie eine Geldstrafe von 500 000 Euro gefordert.

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