02:05 26 September 2017
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    Prozess in Stuttgart: Russisches „Agentenpaar“ hofft auf Heimkehr

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    Prozess gegen russische Spione in Deutschland (17)
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    Die mutmaßlichen russischen Spione Andreas und Heidrun Anschlag, die sich seit Januar vor dem Stuttgarter Oberlandesgericht verantworten müssen, hoffen darauf, nach der Urteilsverkündung durch einen Agentenaustausch in die Heimat zurückkehren zu können.

    Die mutmaßlichen russischen Spione Andreas und Heidrun Anschlag, die sich seit Januar vor dem Stuttgarter Oberlandesgericht verantworten müssen, hoffen darauf, nach der Urteilsverkündung durch einen Agentenaustausch in die Heimat zurückkehren zu können. 

    Herr Anschlag habe während aller 25 Gerichtsverhandlungen für sein Land geschwiegen und dadurch bedeutende Verteidigungsmöglichkeiten versäumt, teilte Anwalt Johannes Hofmann am Dienstag RIA Novosti mit. Der mutmaßliche Spion hoffe nun, dass sein Land ihn nicht im Stich lasse, nachdem er Kopf und Kragen riskiert habe. 

    Die Verteidiger des „Agentenpaars“ haben in ihren Schlussplädoyers am Dienstag Kontakte ihrer Mandanten zum russischen Auslandsgeheimdienst SWR nicht in Abrede gestellt.

    Die Eheleute, die sich Andreas und Heidrun Anschlag nannten und mit österreichischen Pässen in Deutschland lebten, wurden im Oktober 2011 festgenommen. Ende September 2012 wurden sie angeklagt, für ein anderes Land spioniert zu haben. Laut der Ermittlung hatte das Ehepaar bereits 1988 Spionageaktivitäten aufgenommen.

    Die mutmaßlichen Spione werden unter anderem beschuldigt, den russischen Auslandsgeheimdienst SWR mit vertraulichen Informationen über die politische und militärische Strategie der EU und der Nato beliefert zu haben. Die Staatsanwaltschaft fordert für die Verdächtigen 4,5 bzw. 7,5 Jahre Haft sowie eine Geldstrafe von 500 000 Euro. Die Urteilsverkündung wird am 2. Juli erwartet.

    Zu Beginn des Prozesses in Stuttgart hatten Medien berichtet, dass Berlin und Moskau über einen Tausch des Agentenpaars gegen zwei Russen verhandelten, die in Russland wegen Spionage für einen Freundesstaat der Bundesrepublik einsitzen.

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