14:35 18 Februar 2020
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    Die polnischen Experten haben am Wrack des Präsidentenflugzeugs Tu-154 von Lech Kaczynski, das im April 2010 in Russland abgestürzt war, keine Spuren von Sprengstoff entdeckt. Damit widerlegten sie die gegenteilige Behauptung der Zeitung „Rzeczpospolita“.

    Die polnischen Experten haben am Wrack des Präsidentenflugzeugs Tu-154 von Lech Kaczynski, das im April 2010 in Russland abgestürzt war, keine Spuren von Sprengstoff entdeckt. Damit widerlegten sie die gegenteilige Behauptung der Zeitung „Rzeczpospolita“.

    „Im Zuge der Untersuchungen entdeckten die Experten an den Wrackteilen des Fluges keine Spuren von Sprengstoffen oder deren Zerfallprodukten", teilte der Chef der zuständigen Militärstaatsanwaltschaft, Ireneusz Szelag, am Donnerstag in Warschau mit. Im Zentralen Polizeilabor seien insgesamt 258 Proben mithilfe neuster Geräte chemisch untersucht worden, davon 124 Bodenproben und 134 Wrackproben.

    Nur am Behälter mit Nitromin seien Spuren von Nitroglyzerin entdeckt worden, das Bestandteil dieses Herzmedikaments sei, sagte Szelag weiter. Er räumte ein, dass diese Untersuchungen nicht ausreichten, um festzustellen, ob es in der Nähe der untersuchten Objekte eine Explosion gegeben habe.

    Die polnische Tageszeitung „Rzeczpospolita“ hatte im Herbst berichtet, dass an den Tragflächen und im Fluggastraum der Unglücksmaschine Spuren von TNT und Nitroglyzerin nachgewiesen worden seien. Die Information wurde von Verschwörungstheoretikern aus der Umgebung des toten Präsidenten aufgegriffen. Die polnische Staatsanwaltschaft wies den Bericht als falsch zurück. Der Autor des Berichts und der Chefredakteur von „Rzeczpospolita“ mussten zurücktreten.

    Das zwischenstaatliche Luftfahrtamt MAK
    Absturz der polnischen Präsidentenmaschine bei Smolensk - 3D-Rekonstruktion


    Eine Tu-154 mit Präsident Lech Kaczynski und einer offiziellen polnischen Delegation an Bord war am 10. April 2010 unweit der russischen Stadt Smolensk abgestürzt. Beim Landeanflug hatte die Maschine bei schlechter Sicht wegen Nebel Baumkronen gestreift. Niemand von den 96 Insassen überlebte den Absturz. Gleich nach dem Absturz waren polnische und russische Ermittler zu dem Schluss gekommen, dass der Absturz nicht durch einen Sprengstoffanschlag verursacht wurde.

    Nach monatelangen Untersuchungen veröffentlichte die GUS-Luftfahrtbehörde MAK ihren Bericht zu dem Flugzeugunglück. Darin wird der polnischen Seite, vor allem den Piloten, die ganze Schuld an der Katastrophe gegeben. So soll Polens Luftwaffenchef Andrzej Blasik mit 0,6 Promille Alkohol im Blut die Piloten trotz wiederholter Warnungen der russischen Fluglotsen zur Landung gezwungen haben.

    Später veröffentlichte eine Ermittlungskommission der polnischen Regierung ihren Bericht über die Ursachen der Katastrophe. Daraus geht unter anderem hervor, dass am Steuer der Präsidentenmaschine unerfahrene Piloten gesessen hatten, die das TAWS-Warnsystem ignorierten.

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