15:50 17 August 2017
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    Michail Margelow

    Neonazis in Estland gehören zum Alltag - russischer Außenpolitiker

    © Sputnik/ Grigory Sissoew
    Politik
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    Der Neonazismus in Estland ist nach Ansicht des russischen Außenpolitikers Michail Margelow alltäglich geworden und wird auch vom Regime unterstützt.

    Der Neonazismus in Estland ist nach Ansicht des russischen Außenpolitikers Michail Margelow alltäglich geworden und wird auch vom Regime unterstützt.

    „Die Nazis gelten dort seit 1991 als Helden und rufen bei einem bestimmten Teil der herrschenden Eliten unverhüllte Sympathie hervor“, sagte Margelow, Chef des auswärtigen Ausschusses des Föderationsrates (Oberhaus), in einem Gespräch mit RIA Novosti.

    Der estnische Verteidigungsminister Urmas Reinsalu hatte am vergangenen Wochenende eine Grußbotschaft an die Teilnehmer des traditionellen Treffens der „Union der Kämpfer für die Freiheit Estlands“ — ein Jahrestreffen von Veteranen der 20. Waffen-Grenadierdivision der SS — gerichtet und ihnen „für den Widerstand gegen die totalitären Regimes, die das Land okkupiert hatten, und für die Treue zu den hohen Idealen der Freiheit“ gedankt.

    In seiner Stellungnahme dazu sagte Margelow: „Vor dem generellen Pro-Nazi-Hintergrund wirkt die Erklärung des estnischen Verteidigungsministers durchaus natürlich.“ In diesem Jahr habe er sich dabei auf eine Grußbotschaft beschränkt, fügte er hinzu. Bei einer ähnlichen Nazi-Zusammenrottung auf der Insel Saaremaa „war er aber persönlich dabei und dankte den Ex-SS-lern für die ‚Rettung der Ehre des estnischen Volkes’“.

    „In Estland gibt es kein Gesetz, das eine unmittelbare Verantwortung für Nazi-Propaganda vorsieht“, so Margelow. Während die EU diese Entwicklung toleriert, „besteht die Gefahr, dass sie in Estland und einigen anderen Ländern Osteuropas zu mehreren ‚3. Reich’-Gebilden in Kleinformat mutiert“.

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