03:57 22 Juni 2018
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    Amnesty International: Manning-Prozess zeigt Verantwortungslosigkeit der USA

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    Der Fall Bradley Manning (17)
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    Der Gerichtsprozess gegen den WikiLeaks-Informanten Bradley Manning zeugt laut der Menschenrechts-NGO Amnesty International von der Verantwortungslosigkeit der US-Behörden.

    Der Gerichtsprozess gegen den WikiLeaks-Informanten Bradley Manning zeugt laut der Menschenrechts-NGO Amnesty International von der Verantwortungslosigkeit der US-Behörden.

    Den Fall des Soldaten Manning verhandelt ein Militärgericht in Fort Meade. Die Verhandlungen zur Urteilsfällung dauern vermutlich noch bis zum 23. August. Am Dienstag, den 30. Juli, sprach das Gericht ihn in einer besonders ernsthaften Anschuldigung - der Hilfe für den Feind - frei, befand aber ihn in den meisten der 20. Anklagepunkte, darunter der Spionage, für schuldig. Ihm drohen 136 Jahre Freiheitsentzug.

    „Während Manning für mehr als 100 Jahre eingekerkert werden kann, droht den ranghohen Militärs nicht einmal eine Untersuchung. Faktisch sind sie glücklich davongekommen. Niemand wurde jemals im Zusammenhang mit der Entfaltung des US-Programms für Geheimgefängnisse beschuldigt, in dessen Rahmen gewaltsames Verschwinden von Menschen und Folterungen auf Regierungsebene genehmigt wurden. Die ausführlichen Informationen über das Programm werden nach wie vor geheim gehalten“, heißt es in einer Erklärung auf der Website der Menschenrechtsorganisation.

    „Vor der Urteilsfällung wird ein Richter Manning selbst anhören, der die Motive seiner Handlungen erläutern soll. In den Anfangsetappen des Gerichtsprozesses hatte der Angeklagte keine Möglichkeit, sich auf die Notwendigkeit des Schutzes der gesellschaftlichen Interessen zu berufen. Nunmehr wird ihm die Möglichkeit gewährt, zu beweisen, dass seine Gründe für die Preisgabe vertraulicher Informationen schuldmildernde Umstände sind“, so die Menschenrechtler.

    Manning war im Mai 2010 im Irak verhaftet worden, wo er seinen Dienst abgeleistet hatte. Er gestand, der Enthüllungsplattform WikiLeaks Videoaufzeichnungen von Luftangriffen, bei denen Zivilisten getötet wurden, Zig-Tausende Berichte über Zwischenfälle an den Fronten des Krieges in Afghanistan und im Irak, ein Dossier der Häftlinge des Gefängnisses Guantanamo und etwa 250 000 diplomatische Depeschen des US-Außenministeriums übergeben zu haben.

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