21:24 04 Dezember 2016
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    Belgische Ex-Geisel: Freie Syrische Armee kurz vor Zerfall

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    Die oppositionelle Freie Syrische Armee (FSA), die mehr als zwei Jahre gegen die Truppen von Präsident Baschar al-Assad kämpft, steht vor dem Auseinanderfallen – dies behauptet der belgische Politologe und Historiker Pierre Piccinin, der mehrere Monate in der Gewalt der syrischen Regimegegner verbracht hat.

    Die oppositionelle Freie Syrische Armee (FSA), die mehr als zwei Jahre gegen die Truppen von Präsident Baschar al-Assad kämpft, steht vor dem Auseinanderfallen – dies behauptet der belgische Politologe und Historiker Pierre Piccinin, der mehrere Monate in der Gewalt der syrischen Regimegegner verbracht hat.

    Mit Ausnahme von Aleppo fallen die FSA-Kampfverbände, die ursprünglich um die Demokratie kämpften, jetzt überall auseinander, sagte Piccinin, der am Sonntag freigekommen war, zur Zeitung Libre Belgique. „Die Kämpfer kehren nach Hause zurück. Sie sind entmutigt. Jene, die geblieben sind, sind richtige Banditen.“

    Der Belgier behauptet, dass hinter dem Giftgas-Einsatz nahe Damaskus weder die Regierungsarmee noch mit ihr verbundenen Gruppen stünden.

    Piccinin und der italienische Journalist Domenico Quirico waren im April über die libanesische Grenze nach Syrien gekommen und kurz darauf von den Regimegegnern gekidnappt worden. In der Geiselhaft wurden sie nach eigenen Angaben gefoltert. Nach mehreren gescheiterten Fluchtversuchen kamen die beiden Männer am vergangenen Sonntag – vermutlich gegen Lösegeld – frei und wurden mit einem italienischen Regierungsjet nach Rom gebracht.

    Piccinin war bereits siebenmal in Syrien, darunter zweimal als Geisel. Er hat insgesamt zwei Bücher über die Situation im Bürgerkriegsland geschrieben. Zuerst hielt er zur syrischen Regierung, dann zur Opposition.  

    Am 21. August war östlich der syrischen Hauptstadt vermutlich Giftgas eingesetzt worden. Die syrische Regierung und die bewaffnete Opposition, die sich seit März 2011 blutige Gefechte liefern, beschuldigen sich gegenseitig, hinter dem Angriff zu stecken. Aus Sicht der USA steht die syrische Regierung hinter der C-Waffen-Attacke. US-Präsident Barack Obama ersuchte den Kongress um die Billigung eines Militärschlages gegen Syrien.

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