11:26 22 August 2017
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    Lukaschenko: Keine Supermacht darf fremde Präsidenten stürzen

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    Alexander Lukaschenko hat westliche Staaten vor einem Eingreifen im Syrien-Konflikt gewarnt. Eine militärische Intervention würde für die ganze Region eine Katastrophe bedeuten, sagte der weißrussische Präsident am Mittwoch.

    Alexander Lukaschenko hat westliche Staaten vor einem Eingreifen im Syrien-Konflikt gewarnt. Eine militärische Intervention würde für die ganze Region eine Katastrophe bedeuten, sagte der weißrussische Präsident am Mittwoch.

    „Ich bin dem Syrien-Krieg gegenüber äußerst negativ eingestellt. Und das sowohl als Präsident als auch als Mensch“, sagte Lukaschenko dem Nachrichtensender 24 KZ. „Das wird kein gutes Ende nehmen. Wenn noch die Amerikaner dort einfallen – Gott bewahre –, wie sie schon mal in Libyen eingefallen sind, oder der ganze Nato-Block mit Bombenangriffen beginnt, das wird eine Katastrophe. Der gesamte arabische Bogen wird aufflammen", zitiert die weißrussische Nachrichtenagentur Belta aus einem Statement des Staatschefs.

    Weißrussland solidarisiere sich in dieser Frage mit Russland. „Wir lehnen es kategorisch ab, dass eine Supermacht unter einem demokratischen oder einem anderen – egal welchem – Motto sich in die inneren Angelegenheiten eines Staates einmischt, Präsidenten stürzt, tötet oder erhängt. Die Welt hat das alles schon erlebt: angefangen bei Saddam Hussein bis hin zum libyschen Präsidenten Muammar al-Gaddafi.“

    Lukaschenko warnte vor einem „Überschwappen“ des Terrorismus aus der arabischen Welt und möglichen Gefahren für das dreiseitige Zollbündnis Russland-Weißrussland-Kasachstan.

    In Syrien dauern seit März 2011 Kämpfe zwischen Armee und bewaffneten Regierungsgegnern an. Laut UN-Angaben sind bei den Gefechten bereits bis zu 100.000 Menschen, darunter 7.000 Kinder, getötet worden. Die Opposition, aber auch westliche Staaten wollen Assad zum Rücktritt zwingen. Nach Darstellung der syrischen Regierung kämpft die Armee gegen aus dem Ausland unterstützte Terroristen.

    Die Kriegsgegner beschuldigen sich gegenseitig, chemische Waffen einzusetzen. Nach der Kampfstoffattacke vom 21. August drohten die USA der syrischen Regierung mit militärischer Gewalt. Russland schlug daraufhin vor, die syrischen C-Waffen unter internationaler Kontrolle zu entsorgen, um ein Eingreifen abzuwenden. Am 14. September vereinbarten Russland und die USA einen Plan zur international kontrollierten Vernichtung der syrischen Chemiewaffen. US-Präsident Barack Obama ließ die Vorbereitungen auf einen Waffengang aussetzen.

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