20:31 22 August 2017
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    „Pussy Riot“-Aktivistin Tolokonnikowa vermutlich nach Tschuwaschien verlegt

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    Gerichtsprozess gegen Pussy Riot (176)
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    „Pussy Riot“-Mitglied Nadeschda Tolokonnikowa ist laut ihrem Lebensgefährten unterwegs in ein Gefängnis in der Wolga-Republik Tschuwaschien, etwa 600 Kilometer östlich von Moskau.

    „Pussy Riot“-Mitglied Nadeschda Tolokonnikowa ist laut ihrem Lebensgefährten unterwegs in ein Gefängnis in der Wolga-Republik Tschuwaschien, etwa 600 Kilometer östlich von Moskau. Die regionale Strafvollzugsbehörde und das Straflager, in das Tolokonnikowa angeblich überstellt wird, wissen jedoch noch von nichts.  

    Nadeschda Tolokonnikowa von der Punkband „Pussy Riot“ wird in die Strafkolonie Nr. 2 in der tschuwaschischen Stadt Alatyr verlegt, twitterte Pjotr Wersilow am Mittwoch. Laut seinen Angaben wurde Tolokonnikowa am Dienstagabend gegen 19 Uhr im Auto unter Polizeibegleitung nach Tschuwaschien gebracht.

    Ein Pressesprecher des Strafvollzugs teilte RIA Novosti mit, derzeit würden keine Informationen über eine Überstellung der verurteilten Aktivistin vorliegen. Auch im  Straflager IK 2 in Alatyr fand die Meldung über die baldige Ankunft Tolokonnikowas keine Bestätigung. Die Anwältin des „Pussy Riot“-Mitglieds, Irina Chrunowa, hingegen bestätigte der Russischen Agentur für rechtliche und gerichtliche Informationen (RAPSI) gegenüber jedoch, dass Tolokonnikowa sich auf dem Weg in eine neue Haftanstalt befinde.

    Tolokonnikowa war am 23. September aus Protest gegen Verstöße gegen die Rechte der Gefangenen im Straflager 14 für Frauen in Mordwinien in Hungerstreik getreten und hatte gleichzeitig ein Verfahren gegen den stellvertretenden Gefängnisdirektor gefordert, der ihr angeblich mit Mord gedroht hätte. Am 1. Oktober beendete sie den Hungerstreik aus gesundheitlichen Gründen. Danach wurde sie ins Krankenhaus eingeliefert. Am 18. Oktober kehrte sie aus dem Krankenhaus ins Gefängnis zurück und trat wieder in Hungerstreik. Wie ihr Lebensgefährte damals mitteilte, protestiert Tolokonnikowa damit gegen die Weigerung, sie in einem anderen Straflager unterzubringen.

    Mitglieder des Menschenrechtsbeirates des russischen Präsidenten bestätigten nach einer Inspektion im Straflager 14 in Mordwinien einige der von Tolokonnikowa in einem offenen Brief angeprangerten Verstöße bei den Arbeitsbedingungen der Häftlinge. 

    Im Straflager IK2 in Alatyr arbeiten Gefangene (wie auch in der Anstalt in Mordowien, Red.) als Näherinnen, heißte es auf der Website der Kolonie. Die dort untergebrachten Frauen stellen Uniformen für Polizei (wie zuvor auch Tolokonnikowa im Straflager Nr. 14) sowie für die Mitarbeiter der Strafvollzugsbehörde und Gerichtsvollzieher her. DAs Straflager Nr. 2 in Alatyr fasst bis zu 691 Häftlinge. 

    Fünf Punkerinnen mit Sturmmasken hatten Ende Februar 2012 in der Moskauer Christi-Erlöser-Kathedrale ihr „Punk-Gebet“ aufgeführt. Die im Internet veröffentlichte Videoaufnahme der Performance löste großes Aufsehen bei den Medien und in der Gesellschaft aus. Das Chamowniki-Bezirksgericht Moskaus verurteilte die drei Sängerinnen zu je zwei Jahren Straflager. Das Moskauer Stadtgericht setzte im Oktober die Haftstrafe gegen Samuzewitsch auf Bewährung aus.

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