05:50 19 November 2017
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    Frankreich liefert Daten an Geheimdienste der USA und Großbritanniens - Zeitung

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    Französische Geheimdienste beliefern ihre Kollegen in den USA und Großbritannien systematisch mit ihren Aufklärungsdaten, berichtet die „Süddeutsche Zeitung“, unter Berufung auf Geheimdokumente, die vom Whistleblower Edward Snowden publik gemacht wurden.

    Französische Geheimdienste beliefern ihre Kollegen in den USA und Großbritannien systematisch mit ihren Aufklärungsdaten, berichtet die „Süddeutsche Zeitung“,  unter Berufung auf Geheimdokumente, die vom Whistleblower Edward Snowden publik gemacht wurden.
     
    Während der französische Präsident Francois Hollande „den jüngsten Lauschangriff heftig kritisiert, arbeitet Frankreich längst mit amerikanischen und britischen Geheimdiensten zusammen“, schreibt das Blatt. „Unter dem Codenamen ‚Lustre‘ hat die Regierung vor einiger Zeit einen Kooperationsvertrag geschlossen.“ Der französische Geheimdienst kooperiere dabei mit dem Geheimdienstbündnis „Five Eyes“, dem neben den USA und Großbritannien auch Neuseeland, Kanada und Australien angehören.
     
    Außerdem werden in den Dokumenten Israel, Schweden und Italien unter den Ländern erwähnt, die nicht zum Bündnis gehören, aber Kooperationsabkommen mit diesem haben.
     
    Anfang dieser Woche hatte die Tageszeitung „Le Monde“ mitgeteilt, dass die US-Agentur für Nationale Sicherheit im Zeitraum zwischen dem 10. Dezember 2012 und dem 8. Januar dieses Jahres 70,3 Millionen Telefonate französischer Bürger abgefangen hätten.
     
    Unmittelbar darauf wurde der US-Botschafter in Paris ins Außenministerium Frankreichs zitiert. Hollande äußerte in einem Telefongespräch mit US-Präsident Barack Obama seine „extreme Missbilligung“ der Lauschangriffe.  
     
    Für die kommende Woche planen Hollande und Bundeskanzlerin Angela Merkel ein spezielles Treffen, um die Spähaktivitäten der US-Geheimdienste zu erörtern. Ihnen werden dabei voraussichtlich Top-Politiker anderer EU-Länder anschließen.