22:46 06 Dezember 2016
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    Raketenabwehr-Streit: Putin löst Kooperationsgruppe mit Nato auf

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    US-Raketenabwehr rund um Russland (623)
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    Russlands Präsident Wladimir Putin hat die Arbeitsgruppe des Kreml für die Zusammenarbeit mit der Nato im Bereich der Raketenabwehr aufgelöst, heißt es auf dem Informationsportal der russischen Regierung. Die Entscheidung fiel nur drei Tage nach dem ersten Spatenstich für US-Raketenschirm in Rumänien.

    Russlands Präsident Wladimir Putin hat die Arbeitsgruppe des Kreml für die Zusammenarbeit mit der Nato im Bereich der Raketenabwehr aufgelöst, heißt es auf dem Informationsportal der russischen Regierung. Die Entscheidung fiel nur drei Tage nach dem ersten Spatenstich für US-Raketenschirm in Rumänien.

    Die Arbeitsgruppe war 2011 gebildet worden. Ihr erster Chef war Dmitri Rogosin, der derzeit Vizepremier der russischen Regierung und unter anderem für die Rüstungsindustrie zuständig ist.

    Der geplante US-Raketenschild in Europa überschattet seit Jahren die Beziehungen zwischen den Vereinigten Staaten und Russland. Am Montag legte die Nato in Rumänien den Grundstein für eine Basis von US-Abfangraketen SM-3 IB. Das Pentagon bestätigte, dass die Basis 2015 einsatzfähig sein soll.

    Die USA hatten bereits unter Präsident George W. Bush angekündigt, eine Radaranlage in Tschechien und zehn Abfangraketen in Polen zu stationieren, nach eigener Darstellung um Europa vor iranischen Raketen zu verteidigen. Diese Pläne stießen bei Russland auf heftigen Widerstand.

    US-Präsident Barack Obama legte 2008 die ABM-Pläne vorübergehend auf Eis. Nach dem neuen Konzept sollte der Aufbau des Systems 2015 beginnen und fünf Jahre dauern. Das Luftabwehrsystem in Europa soll die beiden bestehenden US-Raketenschirme auf Alaska und in Kalifornien verstärken. De facto bedeutet das den Aufbau eines globalen Raketenabwehrsystems, das das jetzige Kräftegleichgewicht in der Welt zerstört. Russland besitzt nur einen strategischen Raketenschirm, der die Hauptstadt Moskau schützt.

    Die Nato beschloss im November 2010 bei ihrem Gipfel in Lissabon, die Raketenabwehrsysteme der europäischen Nato-Mitglieder sowie der USA zu vereinen. Obwohl sich Russland und die Nato auf eine Kooperation einigten, verliefen die Verhandlungen im Sande, nicht zuletzt, weil die USA die Forderung Russlands abgelehnt haben, rechtsverbindlich zu garantieren, dass der entstehende Raketenschirm nicht Russlands Atomraketen zum Ziel hat.

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