05:14 16 Juli 2018
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    Blutige „EU-Revolution“: Proteste in Kiew fordern hunderte Verletzte

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    Kiew setzt EU-Assoziierungsverhandlungen aus (285)
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    Die Pro-EU-Massenproteste in der ukrainischen Hauptstadt haben bisher 165 Verletzte unter den Demonstranten gefordert, meldet die Kiewer Stadtverwaltung am Montag. Polizisten wurden beinahe ebenso viele verletzt.

    Die Pro-EU-Massenproteste in der ukrainischen Hauptstadt haben bisher 165 Verletzte unter den Demonstranten gefordert, meldet die Kiewer Stadtverwaltung am Montag. Polizisten wurden beinahe ebenso viele verletzt.

    Laut dem Stand der Zählungen um Mitternacht hatten am 1. Dezember 165 Menschen um medizinische Hilfe angesucht, 109 davon mussten ins Krankenhaus, so die Behörde. 

    Wie der ukrainische Sender 5. Kanal berichtet, kamen bei den Zusammenstößen landesweit 100 Einsatzkräfte der Spezialeinheit „Berkut“ sowie 50 Mitarbeiter anderer Strukturen der Rechtsschutzorgane zu Schaden. In der Abteilung der ukrainischen Innenbehörden für Kiew erfuhr RIA Novosti, dass die Zahl von 120 verletzten Polizisten in der Hauptstadt „zu tief gegriffen“ sei. Genaue Ziffern konnte man am Montagmorgen keine nennen. 

    Die Massenproteste von EU-Befürwortern in Kiew und anderen Regionen der Ukraine hatten am 21. November begonnen, als die Regierung des Landes bekanntgab, dass das geplante Assoziiierungsabkommen mit der EU auf Eis gelegt wird. 

    Am 30. November griff die Spezialeinheit „Berkut“ mit Gewalt gegen die Pro-EU-Demonstranten im Zentrum von Kiew durch. 

    Am Sonntag besetzten die Protestteilnehmer erneut den Unabhängigkeitsplatz im Kiewer Stadtkern. Die Proteste arteten an verschiedenen Orten zu Krawallen aus.  Insbesondere beim Versuch, den Präsidentensitz zu stürmen, kam es zu zahlreichen Verletzten. Die Pro-EU-Protestbewegung erklärte die Stadtadministration und den Sitz der Gewerkschaften (auf dem Unabhängigkeitsplatz) für besetzt.

    Oppositionsführer sprechen bereits von einer nächsten Revolution in der Ukraine. „Die Opposition hat der Regierung mitgeteilt, dass auf dem Unabhängigkeitsplatz, auf dem Europa-Platz, nahe der Obersten Rada, im Gewerkschaftshaus und im Gebäude der Stadtadministration, ein „Open-End“-Treffen der Wählerschaft mit den Volksvertretern stattfindet, heißt es in einer Erklärung der Partei Batkiwschina der ukrainischen Ex-Regierungschefin Julia Timoschenko.

    Am Abend schlugen die Teilnehmer an dem Dauerprotest im Zentrum von Kiew 12 Armeezelte auf - trotz eines Verbots von Massenprotesten in der Hauptstadt von 1. Dezember bis 7. Januar 2014, das ein Kiewer Verwaltungsgericht zuvor ausgesprochen hatte.

    Wie ein RIA-Novosti-Korrespondent vor Ort berichtet, haben sich die Demonstranten am Unabhängigkeitsplatz mit Hilfe von Sperrgittern, aber auch Parkbänken und sogar Weihnachtsbäumen verbarrikadiert. Um 00:00 Uhr Ortszeit befanden sich an die tausend Menschen auf dem Platz, Polizei war keine zu sehen.  Auf Aufklebern wird darauf hingewiesen, dass der Protest rein friedlich bleiben müsse. 

    Später in der Nacht auf Montag verwüsteten laut dem ukrainischen 5. Kanal Augenzeugen zufolge Randalierer das Gebäude des Schriftstellerverbands. Erneut mussten „Berkut“-Einheiten ausrücken. Die Beamten schlugen die Fenster ein, um in das Gebäude vorzudringen, wo sich weitere Zusammenstöße mit den dort befindlichen Demonstranten ereigneten, hieß es.

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