21:47 21 Oktober 2018
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    Referendum: Kroaten votieren gegen Homo-Ehe

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    Bei einem Verfassungsreferendum im jüngsten EU-Mitglied Kroatien haben sich die Gegner der gleichgeschlechtlichen Ehe deutlich durchgesetzt.

    Bei einem Verfassungsreferendum im jüngsten EU-Mitglied Kroatien haben sich die Gegner der gleichgeschlechtlichen Ehe deutlich durchgesetzt.

    Laut vorläufigen Ergebnissen (90 Prozent ausgezählte Stimmen) haben 65 Prozent der Bürger die Frage: „Sind Sie damit einverstanden, dass die Ehe in der Verfassung als Bund zwischen Mann und Frau festgeschrieben sein soll?“ bejaht. Dagegen – also dafür, die Ehe auch für lesbische und schwule Paare zu öffnen – sprachen sich 34 Prozent aus. Ein Prozent der Stimmzettel ist ungültig, heißt es auf der Website der Wahlkommission.

    Die Beteiligung an dem Referendum betrug 38 Prozent, 3,8 Millionen Menschen waren stimmberechtigt. 

    Die Volksabstimmung war auf Initiative der konservativen Bürgerinitiative „Im Namen der Familie“ einberufen worden, die dafür 750 000 Unterschriften gesammelt hatte. Die katholische Kirche, die größte Oppositionspartei des Landes sowie rechte Organisationen hatten die Abstimmung unterstützt. 

    LGBT-Vereine, Menschenrechtler und die Mitte-Links-Regierung hingegen lehnten die Befragung als diskriminierend ab. 

    „Das Referendum selbst war unnötig, aber für seine Durchführung waren alle Bedingungen eingehalten worden und wir müssen die Verfassungsnormen achten“, sagte der kroatische Präsident Ivo Josipovic.

    Die Formulierung, dass die Ehe ein Bündnis zwischen Mann und Frau ist, ist bereits im kroatischen Familienrecht enthalten. Diesem Verständnis des Instituts der Ehe Verfassungsrang zu verleihen, verstärkt lediglich eine bereits bestehende Rechtsnorm. Derzeit können gleichgeschlechtliche Lebensgemeinschaften in Kroatien maximal mit dem Status „nicht registrierte Gemeinschaft“ rechnen. Dieser Familienstand sieht eine begrenzte Anzahl von Privilegien vor, die hauptsächlich den gemeinsamen Besitz betreffen.

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