08:59 16 Dezember 2018
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    Iskander-M bei einer Übung

    Verteidigungsamt: Iskander-Raketen in Westrussland kein Verstoß gegen Verträge

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    Das russische Verteidigungsministerium hat bestätigt, dass Iskander-Raketen in westlichen Regionen des Landes stationiert sind. Nach Angaben der Behörde widersprechen die Stationierungsorte keinen internationalen Vereinbarungen.

    Das russische Verteidigungsministerium hat bestätigt, dass Iskander-Raketen in westlichen Regionen des Landes stationiert sind. Nach Angaben der Behörde widersprechen die Stationierungsorte keinen internationalen Vereinbarungen.

    „Operativ-taktische Raketensysteme Iskander stehen bei den Raketentruppen und der Artillerie im Militärbezirk West im Dienst“, teilte General Igor Konaschenkow, Chef des Presseamtes des Verteidigungsministeriums, am Montag in Moskau mit. „Die konkreten Stationierungsorte der Iskander-Raketenverbände im Militärbezirk West widersprechen keinen internationalen Vereinbarungen“.

    Damit hat das Verteidigungsministerium erstmals Stellung zum Bericht der deutschen „Bild“-Zeitung genommen. Diese hatte berichtet, dass Russland in seiner Ostsee-Enklave Kaliningrad Kurzstreckenraketen vom Typ „Iskander-M“ als Antwort auf den europäischen Raketenabwehrschirm stationiert habe. Geheime Satellitenbilder sollen die Stationierung einer „zweistelligen Zahl“ von mobilen Raketen sowohl in Kaliningrad als auch entlang der russischen Westgrenze zu Estland, Lettland und Litauen dokumentierten haben.

    Bei Iskander (Nato-Code: SS-26 Stone) handelt es sich um eine hochpräzise Boden-Boden-Rakete, die Ziele in einer Entfernung von bis zu 500 Kilometern bekämpfen kann. Die Rakete wurde unter Einsatz der Tarnkappen-Technologien gebaut und ist für Radare schwer lokalisierbar. Während des Flugs führt sie zudem komplizierte Manöver aus, die sie noch schwerer orten lassen.

    Bereits 2011 hatte der damalige russische Präsident Dmitri Medwedew eine Reihe von militärischen Maßnahmen angekündigt, um den entstehenden Raketenschild in Europa im Kriegsfall neutralisieren zu können. Das Paket reicht von der Aufstellung von Iskander-Raketen in der Ostssee-Region Kaliningrad über die Modernisierung der Atomraketen bis zu einem möglichen Ausstieg aus den Abrüstungsverträgen. Davor hatte Russland mit den USA und der Nato monatelang ergebnislos über eine gemeinsame Raketenabwehr verhandelt.

    Die USA bauen mit der Nato ein Raketenabwehrsystem in Europa auf, um sich nach eigener Darstellung vor einer eventuellen iranischen Atombedrohung zu schützen. Obwohl sich Russland und die Nato auf eine Kooperation einigten, verliefen die Verhandlungen im Sand - nicht zuletzt, weil die USA die Forderung Moskaus abgelehnt haben, rechtsverbindlich zu garantieren, dass der entstehende Raketenschirm nicht Russlands Atomraketen zum Ziel hat.

    Der Militärbezirk West – einer der vier Militärbezirke Russlands – umfasst beinahe den gesamten europäischen Teil des Landes. Dort sind rund 40 Prozent aller Waffen des Landes und rund 400.000 Soldaten stationiert.

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