00:10 18 November 2018
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    Dalai Lama Tenzin Gyatso

    Dalai Lama warnt vor militärischem Eingreifen in Syrien

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    Politik
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    Eingreifen in Syrien bahnt sich an (301)
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    Der Dalai Lama hat sich gegen ein militärisches Eingreifen in Syrien ausgesprochen und zur friedlichen Beilegung des Konfliktes aufgerufen.

    Der Dalai Lama hat sich gegen ein militärisches Eingreifen in Syrien ausgesprochen und zur friedlichen Beilegung des Konfliktes aufgerufen.

    „Ich bin überzeugt, dass alle Probleme nicht durch Gewaltanwendung, sondern durch Dialog gelöst werden müssen“, sagte das religiöse Oberhaupt der Tibeter in einem Interview für RIA Novosti. „Wenn wir Ende des 20. Jahrhunderts der Bildung mehr Aufmerksamkeit geschenkt hätten, hätten wir die Konflikte, wie wir jetzt beobachten, wahrscheinlich vermeiden können.“ Stattdessen greife man zu Methoden des vergangenen Jahrhunderts und versuche, die Kontroversen unter Gewaltanwendung zu beseitigen, kommentierte er den seit mehr als zweieinhalb Jahren andauernden Syrien-Konflikt. „Gewalt führt zu Gegengewalt und so weiter bis ins Unendliche.“

    Auf ein mögliches militärisches Eingreifen der USA in Syrien angesprochen, äußerte der Dalai Lama die Meinung, dass die Vereinigten Staaten bereits mit ihrem Einfall im Irak einen Fehler begangen hätten. „Sie setzten Gewalt ein und lösten so eine Kettenreaktion der Gewalt aus.“ Auch wenn die USA aufrichtig bestrebt gewesen seien, dem Irak Freiheit zu bringen, „nutzten sie gewaltsame Metthoden, was grundsätzlich falsch war.“

    In Syrien dauern seit März 2011 Kämpfe zwischen Armee und bewaffneten Regierungsgegnern an. Die Konfliktgegner beschuldigten sich mehrmals gegenseitig, chemische Waffen eingesetzt zu haben. Laut UN-Angaben sind bei den Gefechten bereits mehr als 100.000 Menschen, darunter 7.000 Kinder, getötet worden. Die Opposition, aber auch westliche Staaten wollen Assad zum Rücktritt zwingen. Nach Darstellung der syrischen Regierung kämpft die Armee gegen aus dem Ausland unterstützte Terroristen.

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