01:45 09 Juli 2020
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    Regelung der Krise in der Ukraine (2436)
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    Nach der Einigung mit der Opposition hat der ukrainische Präsident Viktor Janukowitsch Medienberichten zufolge die Hauptstadt Kiew verlassen. Über den Verbleib des Staatschefs gibt es vorerst keine offiziellen Angaben.

    Nach der Einigung mit der Opposition hat der ukrainische Präsident Viktor Janukowitsch Medienberichten zufolge die Hauptstadt Kiew verlassen. Über den Verbleib des Staatschefs gibt es vorerst keine offiziellen Angaben.

    Die Nachrichtenagentur Unian meldete unter Verweis auf das ukrainische Fernsehen, dass die Kiewer Präsidentenresidenz Meschigorja leer sei. „Das Territorium ist absolut leer“, berichtete eine Korrespondentin vor Ort. „Die Wächter sagen, sie hätten dort seit heute Morgen keinen Menschen gesehen.“

    Ukrainische Medien berichteten, dass Janukowitsch bereits am späten Freitagabend zu einem Treffen mit seinen Mitstreitern ins östliche Charkow gereist sei. Doch die Leitung der Region bestritt dies. „Wenn der Präsident nach Charkow gekommen wäre, hätte ich es bestimmt gewusst“, sagte die Sprecherin der regionalen Verwaltung, Viktorija Marenitsch, am Samstag zur Agentur Unian.

    Nach tagelangen Straßenschlachten mit Dutzenden Toten in Kiew hatten Präsident Janukowitsch und Oppositionsführer am Freitag eine Vereinbarung zur Krisenlösung unterzeichnet. Diese sieht eine Verfassungsreform aber auch vorgezogene Präsidentschaftswahlen vor. Damit lenkte der Staatschef in die Forderungen der Regierungsgegner ein, die seit Monaten gegen die Entscheidung der Regierung protestieren, den Assoziierungsprozess mit der Europäischen Union auszusetzen und stattdessen den Handel mit Russland auszubauen.

    Die Proteste arten ab und zu in schwere Zusammenstöße aus. Bei der jüngsten Eskalation in dieser Woche setzten die Demonstranten Schusswaffen gegen die Ordnungskräfte ein. Randalierer erstürmten Staatsgebäude und setzten Autos in Brand. Bei den Zusammenstößen zwischen Regierungsgegnern und Ordnungskräften wurden mindestens 80 Menschen auf beiden Seiten getötet und Hunderte weitere verletzt.

    Sergej Pirogow

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